zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 06:17 Uhr

Entlassungen auf der "Likedeeler"

vom

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2012 | 08:51 Uhr

Schmarl | Herbe Einschnitte auf der "Likedeeler": Weil die Stadt ihren Zuschuss von früher 180 000 auf 100 000 Euro zurückgeschraubt hat, muss der Förderverein als Betreiber zwei der bislang vier festen Mitarbeiter entlassen. Und die Perspektiven sind noch schlechter, denn die Unterstützung soll in Zukunft sogar ganz auslaufen, heißt es aus dem zuständigen Jugendhilfeausschuss. Dabei kommt der Förderverein schon jetzt gerade so über die Runden.

"Die 100 000 Euro gehen fast vollständig für die ab März noch zwei Mitarbeiter drauf", sagt der Vorsitzende Wolfdietrich Barmwoldt. Auf dem Großteil der Strom-, Wasser- und Materialkosten bleibe der Verein sitzen. "Allein die Farbe hat schon den Wert eines kleinen Autos", sagt der 70-Jährige. Ohne die Einnahmen aus dem Schullandheim - für das der Verein überhaupt keine Zuschüsse erhält - und die Spenden der 165 Vereinsmitglieder oder anderer Geber seien die Ausgaben nicht zu decken.

Verein will trotz allem weitermachen

Das vielfältige Angebot in der Jugendarbeit ist schon jetzt nur durch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer zu halten. Die neuen Einschnitte gefährden Aktionen wie die Klabauternacht, Fischereischein-Lehrgänge oder Kurse zum Knüpfen von Netzen und Knoten. "Wir müssen auf alle Fälle etwas streichen", sagt Barmwoldt. Darunter könnte auch die enge Zusammenarbeit mit den Schulen der Umgebung leiden, die die Betreuungsangebote des Schiffs gerne für ihre Ganztagsschüler nutzen.

Doch trotz der widrigen Umstände sind die Vereinsmitglieder fest entschlossen, weiterzumachen. "Wir merken immer wieder, wie happy und begeistert die Kinder von Bord gehen", sagt Barmwoldt. Unterstützung kommt aus dem Ortsbeirat Schmarl. "Die Arbeit auf der ,Likedeeler’ darf nicht wegfallen", sagt dessen Vorsitzender Dietmar Droese (Linke). Er fordert eine Grundsatzentscheidung von Bürgerschaft und Oberbürgermeister, "um nicht immer betteln zu müssen". Außerdem plädieren die Mitglieder dafür, das Geld für das Schiff in Zukunft aus verschiedenen Töpfen zu finanzieren. "Wir als Linke wollen die 100 000 Euro in einem anderen Bereich buchen", sagt beispielsweise Andreas Engelmann. Dafür komme zum Teil der Etat für die Denkmalpflege infrage, sodass nur noch ein geringer Posten am Budget der Jugend- und Sozialarbeit hängen bleibe. "Im Vergleich zu anderen Angeboten ist die Arbeit auf der ,Likedeeler’ eigentlich zu teuer", sagt Engelmann. Den anderen Bewerbern um Zuschüsse sei die Unterstützung des Schiffes aus dem Jugend- und Sozialetat der Stadt deshalb nur schwer zu vermitteln. "Da muss jetzt was Konkretes kommen", fordert auch Herbert Gürtler (Grüne). Bei vergleichbaren Projekten gebe es schließlich auch schon andere Finanzierungsmodelle. Laut Alfons Schneider (Für Rostock) habe der Oberbürgermeister der "Likedeeler" seine Unterstützung zugesichert. Im Rathaus werde bereits an einer neuen Finanzierung gearbeitet, um das Schiff so zu erhalten, wie es momentan ist.

Barmwoldt begrüßt diese Zusagen, ist aber vorsichtig: "Den Prüfauftrag zur Mischfinanzierung gibt es schon lange." Seit der Förderverein 1993 das Schiff übernommen habe, sei es schwierig, das nötige Geld zusammenzubekommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen