Eno Energy baut sein Werk aus

<strong>Die Ostsee nutzt Eno Energy</strong> nur zum Verladen der riesigen Windräder. Das Unternehmen setzt voll auf das Geschäft an Land.<foto>Georg Scharnweber</foto>
Die Ostsee nutzt Eno Energy nur zum Verladen der riesigen Windräder. Das Unternehmen setzt voll auf das Geschäft an Land.Georg Scharnweber

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02. Januar 2013, 05:51 Uhr

Rostock | Der Windanlagenhersteller Eno Energy erweitert seine Kapazität. Zusätzlich zu den rund 70 Mitarbeitern in Rostock sollen bis zu 35 neue eingestellt werden, der Großteil von ihnen in der Konstruktion. Derzeit baut das Unternehmen seinen Standort in Hinrichsdorf aus, das Bürogebäude wird um ein drittes Stockwerk erweitert. Darüber hinaus werden zwei Hallen für die Lagerung und die Produktion errichtet. In ihnen soll ab Spätsommer 2013 auch die Windmühle Eno 114 gefertigt werden, die das Unternehmen erst im September vorgestellt hatte. Zunächst sollen 20 bis 30 Stück pro Jahr hergestellt werden.

Mit diesem deutlich größeren und leistungsstärkeren Anlagentyp will das Unternehmen auch Standorte im windärmeren Binnenland bedienen. Ein möglicher Absatzmarkt ist Süddeutschland. "Der wird immer spannender", sagt Eno-Sprecherin Alexandra Meyer. Das Unternehmen habe bereits ein Büro in Stuttgart eröffnet, um nah an neuen Windparks und Kunden zu sein. Denn die Eno-Servicemitarbeiter übernehmen auch die Wartung der Anlagen. Aus diesem Grund existiert bereits ein Büro in Leipzig. "In Sachsen haben wir viele Anlagen gebaut", so Meyer. Zwei weitere Büros in Hamburg und Berlin stehen kurz vor der Eröffnung. Und auch in Frankreich und Schweden will das Unternehmen Fuß fassen, hat schon erste Anlagen verkauft. "Gerade die zersiedelten Flächen in Nordeuropa bieten viele Vorteile für Windenergie", so Meyer.

Eigene Windparks bilden das Rückgrat

Mangel an Aufträgen gebe es aber auch in Deutschland nicht: "Die Geschäfte laufen gut, wir blicken entspannt in die Zukunft", sagt Meyer. Und dank eigener Windparks stehe die Produktion niemals still. Denn sollten Aufträge von Dritten ausbleiben, werden die Mühlen für den eigenen Bedarf hergestellt. "Die eigenen Windparks sind unsere Kriegskasse", sagt Meyer. Neben der Produktionsstabilität verschaffen sie dem Unternehmen auch laufende Einnahmen aus den Stromverkäufen. Wie viel die einzelnen Mühlen leisten, können die Mitarbeiter in Echtzeit im Internet verfolgen. So sollen Unregelmäßigkeiten möglichst schnell erkannt und behoben werden. Mit Erfolg: "Die Anlagen stehen so gut wie nie still", sagt Meyer. Eno garantiere eine Verfügbarkeit von 97 Prozent.

Außerdem verfügt das Unternehmen über eine eigene Forschungsabteilung, in der aktuell drei Angestellte arbeiten. Es sollen bald mehr werden. Die Forscher spielten unter anderem bei der Entwicklung der Eno 114 eine wichtige Rolle. Sie nutzt ihre Vorteile insbesondere als Teil eines größeren Windparks aus. Denn die Flügel erzeugen nur sehr geringe Turbulenzen, sodass die Anlagen dicht nebeneinander stehen können. Das spart Platz und damit auch Geld. Um dem Fachkräftebedarf gerecht zu werden, hat das Unternehmen angefangen, selbst auszubilden. Seit August lernen zwei Mechatroniker im Hinrichsdorfer Werk. Außerdem investiert Eno derzeit in den Aufbau eines Windenergielehrpfads, der in Zusammenarbeit mit der Uni Rostock und der Hochschule Wismar in einem der Mecklenburger Windparks entsteht. Insbesondere Schulklassen und Touristen sollen angesprochen und für die grüne Energie begeistert werden.

Im Offshore-Geschäft mischt Eno nicht mit - das sei zu unsicher und kostenintensiv. Schließlich müssten die Projekte komplett vorfinanziert werden. Und die Frage des Netzanschlusses sei auch nicht abschließend geklärt, so Meyer. Dass an Land die Flächen ausgehen könnten, befürchtet sie nicht. Zumal derzeit viele alte Mühlen ausgewechselt würden, weil deren Leistung nicht mehr stimme. Das geht einfacher, als komplett neue Parks anzulegen. Für deren Genehmigung rechnet Meyer mit mindestens zwei bis drei Jahren.

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