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23. November 2017 | 17:44 Uhr

Englisch ist ein Muss im Ostseebad

vom

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2013 | 07:27 Uhr

Warnemünde | Mit 197 Anläufen ist das Ostseebad auch in diesem Jahr der führende deutsche Kreuzfahrthafen. "Warnemünde ist nach St. Petersburg der zweitbeliebteste Ostseehafen für Landausflüge der internationalen Seegäste", sagt Christian Hardt, Leiter Kreuzschifffahrt bei der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero). Darauf müssen sich Touristiker, Hoteliers, Gastronomen, Fahrgastschiffer und andere Unternehmer künftig noch stärker einstellen. Mehrsprachigkeit ist gefragt. "Die Touristen müssen einen Flyer in die Hand bekommen, mit dem sie sich auch allein zurechtfinden", sagt Hardt. Die Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde hat bereits zweisprachige Exemplare entwickelt. "Die Nachfrage war so groß, dass wir sie in diesem Jahr wieder neu auflegen", sagt Marketingleiterin Beate Hlawa. "Wir überlegen sogar, ob wir sie zusätzlich auch um Spanisch und Italienisch ergänzen, weil auch hier der Bedarf so groß ist", so Hlawa weiter.

Auch am Pier 7 ist die Tourismuszentrale auf die internationalen Gäste eingestellt. Die gebürtige Warnemünderin Brit Innocenti verstärkt dort das Team, sie spricht Englisch, Spanisch und Italienisch. Der gemeinnützige Verein für Warnemünde hat ebenfalls eine Karte vom Ostseebad in englischer Sprache herausgegeben. Und auch die Männer vom Leuchtturm-Verein stellen sich auf die internationalen Gäste ein. Sie bieten den historischen Stadtrundgang, den Gerhard Lau zusammengestellt hat, auf Deutsch und Englisch an. Allerdings erst dann, wenn das von ihnen betreute Wahrzeichen öffnet. Das wird im April so weit sein.

Auch die Info-Tafel am Stephan-Jantzen-Grab im gleichnamigen Park wird wegen der vielen Gäste und der Bedeutung des Lotsenkommandeurs in zwei Sprachen angebracht. "Es gibt sehr vorbildliche Hotels, die Wert darauf legen, dass ihre Mitarbeiter mehrere Sprachen beherrschen", sagt Hannelore Dolinga, Regionalvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Beispiele sind das Hotel Neptun, das Hotel Hübner und das Best Western. Die Speisekarten gibt es hier in mehreren Sprachen, genau wie im Herberts und Casa Mia auf der Mittelmole. Beim Herberts passt das auch zum internationalen Team: Küchenchef Barry Laseroms stammt aus Holland, Service-Kraft Ivana Sieger ist ursprünglich aus Serbien. In diesen Lokalitäten gibt es die englischsprachigen Karten schon seit der Eröffnung.

Auch die Fahrgastschiffer aus dem Ostseebad stellen sich auf die Situation ein: "Wenn bei uns der Wunsch nach einer englischen Erklärung besteht, arbeiten wir mit Partnern zusammen", sagt Silvia Grahl aus dem Büro der Fahrgastschifffahrt Käpp’n Brass in Warnemünde. Darauf haben sich Sieben Segeltours und die Vip Hanse Touring GmbH spezialisiert.

Wo es absoluten Nachbesserungsbedarf gibt: Die Ansagen in der S-Bahn und die Durchsagen am Bahnhof erfolgen nur in Deutsch. Ein Großteil der Beschilderung in Warnemünde ist ebenfalls nur einsprachig. Und auch das Verbot, die Möwen zu füttern, müsste übersetzt werden.

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