Klimaschutz : Energiewende: So schafft es Rostock

Sowohl Wiro als auch Stadtwerke setzen auf Solarenergie als einen Weg Richtung Energiewende.
Sowohl Wiro als auch Stadtwerke setzen auf Solarenergie als einen Weg Richtung Energiewende.

Elektromobilität, Solaranlagen und Wärme aus Ökostrom sollen es möglich machen. Stadt bemüht sich um Verlängerung der Bundesförderung

von
29. März 2016, 05:00 Uhr

Den Energieverbrauch halbieren und den CO2-Ausstoß um 95 Prozent verringern – das sind Rostocks Ziele für den Klimaschutz bis 2050. Zu diesen hat sich die Stadt mit dem „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ verpflichtet. Die Förderung, die seit 2011 vom Bund gezahlt wurde, läuft jetzt aus. Die Stadt bemüht sich um eine Anschlussfinanzierung von 200 000 Euro.

„Wir sind eine von 19 Städten in Deutschland, die diesen Masterplan finanziert bekommen haben und die einzige ostdeutsche“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). 600 000 Euro bekam Rostock. Nach diversen Potenzialanalysen sei jetzt die Umsetzung gefragt, so Matthäus – und damit vor allem Großunternehmen, mit denen die Stadt gewichtige Verträge unterhält.


RSAG setzt auf E-Bus-Linie


Die Rostocker Straßenbahn AG soll auf lange Sicht auf Elektrobusse umstellen, arbeitet gerade an einer Machbarkeitsstudie für eine komplette E-Bus-Linie in Warnemünde. „Die Reichweite der Batterie reicht bisher für 200 Kilometer“, sagt der technische Vorstand Michael Schröder – noch zu wenig. Um das Laden zwischendurch zu ermöglichen, bräuchten sie Fördermittel.


Stadtwerke machen Wärme aus Strom


Die Stadtwerke Rostock AG hat einen Maßnahmeplan zur Energiewende. Fernwärme soll ausgebaut werden, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Auch gehen sie Zukunftsthemen wie Power-to-Heat und Power-to-Gas an, bei denen aus Ökostrom Wärme und Brenngas wird. Sie werden insbesondere zur Kopplung der Themen Strom, Wärme und Mobilität wichtig. Exemplarisch dafür, wie die Stadtwerke die Energiewende begleiten, führt Stadtwerkesprecher Thomas Schneider auch den Bau von Fotovoltaikanlagen auf dem Gelände des Alten Gaswerks und dem Dach der Frieda 23 an.


Wiro betreibt Fotovoltaik


Auf Solarenergie setzt auch die Wiro: 53 Fotovoltaikanlagen betreibt die Wohnungsgesellschaft auf Dächern und Fassaden im Nordwesten, Nordosten und der Innenstadt. Auswahlkriterium: die Ausrichtung gen Süden. Alle Module zusammen erzeugen rund 1,53 Millionen Kilowattstunden grünen Strom im Jahr. Der wird ins öffentliche Netz eingespeist und zur Selbstversorgung genutzt. 2003 hat die Wiro die ersten Fotovoltaikmodule aufs Dach des Hochhauses Vitus in Schmarl gebracht. „Seither haben sich die Kosten für Strom und Heizung verdoppelt – und sie steigen weiter“, sagt Wiro-Sprecherin Dagmar Horning. Regenerative Energieerzeugung bleibe Thema. Neben der Solarenergie betreiben sie 24 Solarthermieanlagen, drei Wärmepumpen und eine Eisspeicherheizung. Das Inselquartier auf der Holzhalbinsel und das Dünenquartier sollen, wenn sie bezugsfertig sind, mit Erdwärme beheizt werden.

Matthäus sieht insgesamt noch „Luft nach oben“. Die Ziele seien ambitioniert. Darum wird es auch am Freitag gehen. Dann tagt die Steuerungsgruppe zum „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“. Der Gruppe sitzt OB Roland Methling (parteilos) vor. Außerdem nehmen Senator Chris Müller (SPD), Oliver Brünnich von den Stadtwerken, das Umwelt- und Stadtplanungsamt sowie die Uni teil. „Mich freut besonders, dass Energieminister Christian Pegel dabei ist“, sagt Matthäus. Das Land brauche eine Kommune wie Rostock, um die Energiewende im Land voran zu bringen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen