Energiepreis sorgt für Ärger

<strong>Die Vertreter norddeutscher Wohnungsunternehmen besichtigen Rostock </strong> und machen  Station im Neptunviertel: Direktor  Dr. Joachim Wege (r.) und Cornelia Verch stellen das Areal vor. <foto>Georg Scharnweber</foto>
Die Vertreter norddeutscher Wohnungsunternehmen besichtigen Rostock und machen Station im Neptunviertel: Direktor Dr. Joachim Wege (r.) und Cornelia Verch stellen das Areal vor. Georg Scharnweber

svz.de von
19. Juni 2012, 11:12 Uhr

Rostock | Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hat in Rostock vor gravierenden Folgen der steigenden Energiekosten gewarnt. Nach Angaben des Verbands, der sich seit gestern zur Tagung in der Hansestadt trifft, sind die Energiekosten seit dem Jahr 2000 um 97 Prozent gestiegen, unter anderem durch höhere Abgaben und Steuern. Der Bund müsse deshalb den Mietern durch Anpassung beim Wohngeld und beim Hartz-IV-Satz helfen.

Nicht nur die hohen Energiekosten und die Umsetzung der Energiewende belasteten die Wohnungswirtschaft und die Mieter. Zudem würde das Wohnen durch die Energieeinspar- und Trinkwasserverordnung sowie höhere Heizkosten, Grundsteuern und Grunderwerbssteuern verteuert. Dabei würden die Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit zu wenig beachtet. "All das sind Themen, die wir bei der diesjährigen Tagung besprechen müssen", so Verbandsdirektor Joachim Wege.

Bei einer Tour durch Rostock ging es für die Verbandsmitglieder gestern unter anderem ins Petriviertel, zur Holzhalbinsel und in die Neptunallee. Die dort neu gebauten und noch entstehenden Wohnungen seien mit ihrer Energieeffizienz Vorbild für die heutigen Anforderungen auf dem Wohnungsmarkt. Die Hansestadt Rostock sei in vielen Bereichen im Vergleich zu anderen Regionen in Mecklenburg-Vorpommern Vorreiter. "Der Leerstand beträgt gerade einmal 2,5 Prozent", sagt Roland Blank, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommerischer Wohnungsunternehmen (AMVW). Und während vielerorts in Mecklenburg-Vorpommern Wohnungen abgerissen werden müssten, würden in Rostock neue Angebote für die stetige Nachfrage geschaffen.

Ein weiterer Punkt, auf den sich der Wohnungsmarkt in den kommenden Jahren extrem einstellen müsse, sei der demografische Wandel. Viele altersgerechte sowie Single-Wohnungen werden gebraucht. Für die Wohnungsgenossen- und Gesellschaften sei eine Sanierung des Bestandes oftmals mit sehr hohen Kosten verbunden, so dass sich ein Neubau in der Regel mehr rechne. Auch hier gebe es Nachholbedarf bei Bund und Land. "Für Ersatzbauten gibt es kaum Förderung", so Wege.

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