Endlich wird der Strand vom Silvestermüll befreit

Kleinteiligen Silvestermüll, den Mitarbeiter einer beauftragten Firma am Strand aufgesammelt und in Säcke verpackt haben, transportierte gestern Wilfried Bauer (53), Mitarbeiter der Tourismuszentrale, ab. susa
Kleinteiligen Silvestermüll, den Mitarbeiter einer beauftragten Firma am Strand aufgesammelt und in Säcke verpackt haben, transportierte gestern Wilfried Bauer (53), Mitarbeiter der Tourismuszentrale, ab. susa

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17. März 2010, 07:17 Uhr

Warnemünde | Längst sollte der Silvestermüll vom Strand verschwunden sein. Doch die über Wochen fast geschlossene Schneedecke sowie der gefrorene Boden machten entsprechende Aufräumungsarbeiten unmöglich. In dieser Woche nun endlich erfolgte der Startschuss. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in der Vergangenheit den restlichen Partymüll erst Mitte März aufsammeln konnten", sagt Roger Schult, der seit mehr als 20 Jahren in der Tourismuszentrale tätig ist. Bis zum Freitag, so hofft der Technikchef, soll der Strand auch im Bereich zwischen Mole und Höhe Luisenstraße sauber sein.

"Wir haben am Neujahrstag die Promenade geputzt, nachmittags mit zehn Helfern rund zwei Tonnen Flaschen sowie nach und nach die großen Knaller-Batterien vom Strand und aus den Dünen gesammelt. Was jetzt noch liegt, ist Kleinkram wie Plastikverschlüsse oder die Stäbe der Raketen. Eine aufwendige und mühselige Arbeit, die die Mitarbeiter einer beauftragten Firma in Angriff genommen haben", sagt Schult. Bereits im Einsatz gewesen sei man im Bereich zwischen Waldessaum und Stolteraa. Und auch das Hochwasser habe seinen Teil zur Strandreinigung beigetragen. "Nun geht es um den letzten, aber besonders stark verschmutzten Bereich zwischen den Dünenzugängen 1 bis etwa 6 ", sagt Schult. Allerdings rechne er damit, dass nach dem nächsten Sturm noch etliche Feuerwerksreste unter dem Sand zum Vorschein kommen. Begonnen wurde gestern auf der anderen Seite der Warnow mit der Pflege der Dünen sechs bis elf. "Da gibt es eine Vereinbarung mit dem Staatlichen Amt für Umwelt und Natur Rostock. Diese sieht vor, dass wir beim Abschieben einer Düne drei andere pflegen. In den nächsten Tagen beginnen wir mit der Verkleinerung der Dünen an Schusters Strandbar sowie Höhe Hotel Neptun entsprechend einem Dünenkonzept" erläutert der Technikchef. Im Rahmen der Pflege auf der Hohen Düne werden beispielsweise in Absprache mit Fachleuten Gehölze zurückgeschnitten, damit der Lebensraum dort beheimateter, geschützter Tiere erhalten bleibt.

"Die Zeit drängt, Ostern ist nicht mehr weit. Dann erwarten wir viele Touristen. Wir müssen uns sputen, um die Hauptwege zum Strand freizuschieben", sagt Schult, der auf den Start für diese Arbeiten am Montag verweist. Danach werden die beiden Dünen verkleinert, bevor die Entleerung der Sandfangfalle an der Mole folgt. Schließlich gilt es für den kleinen Techniktrupp, bis Ende April die über Kilometer am Strand aufgestellten Sandfangzäune abzubauen. Ganz nebenbei müssen sich die Männer um Roger Schult jetzt kräftig in die Hände spucken, um diverse Arbeiten im Bauhof wie das Instandsetzen der Laufplanken auszuführen. "In anderen Wintern bei normalen Temperaturen haben wir solche Arbeiten im Freien erledigen können. Doch auf den Holzplanken standen über Wochen Eis und Schnee. Und auch auf die Papierkörbe konnten wir bislang keine Farbe aufbringen", sagt der Technikleiter, der dennoch optimistisch ist, alle Aufgaben fristgemäß zu packen.

"Ich kann mich an einen Winter vor mehr als 20 Jahren erinnern, da gab es noch im Mai Eisberge am Strand. Plötzlich kam die Wärme, so dass die ersten Sonnenhungrigen ihre Decken neben den Mini-Gletschern ausbreiteten", sagt Schult.

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