zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 10:42 Uhr

Endlich freie Fahrt ins Gewerbegebiet

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2013 | 06:59 Uhr

Rostock | Erleichterung im Güterverkehrszentrum: Die Finanzierung für den weiteren vierspurigen Ausbau der Hinrichsdorfer Straße steht. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) überreichte zum Auftakt seiner Sommertour gestern den zugehörigen Fördermittelbescheid des Landes in Höhe von 1,7 Millionen Euro an Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Die restlichen 950 000 Euro bringt die Hansestadt selbst auf.

"Wir wollen den ersten Spatenstich noch in diesem Jahr setzen", sagt Heike Schröder vom Tief- und Hafenbauamt. Ziel sei es, bis zum Ende kommenden Jahres den rund 700 Meter langen Abschnitt wieder komplett freigeben zu können. "Es wird keine Vollsperrung geben, aber eine Umfahrung und Bedarfsampeln", sagt Schröder. Bis zu den eigentlichen Bauarbeiten werden allerdings noch einige Wochen vergehen, denn zunächst muss das Projekt ausgeschrieben werden. Neben dem zusätzlichen vierten Fahrstreifen in östlicher Richtung sind auch ein kombinierter Geh- und Radweg sowie die zugehörige Beleuchtung geplant.

"Für das Projekt hat die Hansestadt lange gekämpft", sagt Christian Weiß, Geschäftsführer von Rostock Business. Die im Gewerbegebiet bereits ansässigen Unternehmen hätten immer wieder auf die Dringlichkeit eines Ausbaus hingewiesen. Gerade für die vielen Speditions- und Logistikbetriebe sei eine gute Infrastruktur-Anbindung entscheidend. Und mit dem Ausbau werde auch die Vermarktung der übrigen Grundstücke leichter, so Weiß: "Bisher hatten wir die Flächen, aber die Anbindung fehlte." Dabei weise das Gewerbegebiet durch seine unmittelbare Nähe zum Hafen und den Autobahnanschluss eigentlich eine hohe Attraktivität auf.

Das zeigt sich unter anderem auch in der Ansiedlung des Windkraftanlagenherstellers Nordex - was zugleich neuen Schwung in die alte Diskussion um den Straßenausbau brachte. In der Folge wurde 2010 ein erster Bauabschnitt fertiggestellt, in dem ein Teil der Hinrichsdorfer Straße bereits auf vier Spuren erweitert wurde. Außerdem wurden schon damals die Voraussetzungen für den möglichen Einsatz von Gigalinern, also Lkw mit extremer Überlänge, geschaffen. "Wir haben spezielle Autobahn-Rampen eingebaut", sagt Schröder. Bislang allerdings hat die Landesregierung den großen Trucks nur auf wenigen kurzen Strecken eine Fahrerlaubnis erteilt - sehr zum Ärger von Stephan Gustke, dessen Spedition Minister Glawe gestern als eines von drei Rostocker Unternehmen besuchte.

Gustke fordert die Freigabe von Teilen der A 19 und A 20 als Teststrecke. "Die Gigaliner würden die Straßen insgesamt entlasten", sagt er. Seine Spedition beispielsweise beliefere auch Hotels und Gastronomen, deren Bestellung oftmals erst spätabends eingehen und dann einen zweiten, nicht ausgelasteten Lkw erfordern. Mit einem Gigaliner, der fast ausschließlich nachts fahren würde, würde sich dieses Problem erübrigen. Obwohl die Riesen-Lkw mit 25 Metern Länge die heutigen 18-Meter-Transporte übertreffen, verbrauchen sie laut Gustke nur zwei bis drei Liter Sprit mehr. Damit seien sie auch ökologisch sinnvoll. Probleme mit dem Gewicht gebe es seit der Umstellung auf 40-Tonner auch keine mehr.

Ein weiteres Problem aus Sicht des Spediteurs stellt die Maut dar. "Wir brauchen Planungssicherheit für unsere Neuanschaffungen", sagt Gustke. So sei noch nicht festgelegt, wie hoch die Abgabe für die ab kommendem Jahr für Neubauten verpflichtende Euro-6-Abgasnorm ausfallen wird.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen