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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 02:07 Uhr

Maritimes : Endlich daheim: „Undine“ ist da

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Deutschlands ältestes Seebäderschiff hat im Stadthafen angelegt. Verein sammelt Spenden für Unterhaltung des Schiffes. Denkmal soll auf dem ehemaligen Werftgelände inszeniert werden.

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Die Kameras sind schon seit 16 Uhr von der Silohalbinsel aus gen Hafen ausgerichtet. Frühere Passagiere und sogar Crew-Mitglieder haben sich vereinzelt am Hafen eingefunden, um die Einfahrt der „Undine“ zu begleiten. Um 18.33 Uhr legte das Bäderschiff gestern im Stadthafen an.

Moritz Langhinrichs vom Verein Freundeskreis Maritimes Erbe machte die Leinen fest – angewiesen von der Schlepperbesatzung von „Noorcat“, die den Rumpf der „Undine“ sicher über die Ostsee brachte. Mit 14 Dezimetern Tiefgang legte er in Dresden ab, da noch gezogen vom Schlepper „Miss Ed“, und mit 14 Dezimeter Tiefgang kam er an.

„Fünf Meter noch vom Pier“, schallt es vom alten deutschen Seebäderschifff. Langhinrichs, selbst nautischer Offizier, hält das Tau, die Undine nähert sich auf einen Meter, wird wieder zurückgezogen und kommt wieder dichter an die Kaikante. Der Seemann steigt zwischen Pier und Schiff, macht das Tau fest, springt wieder hoch. Die „Undine“ prallt gegen die Hafenmauer.

Der Verein ist glücklich, die „Undine“ nach Rostock gebracht zu haben. „Es ist ein schönes Gefühl, gerade für einen Seemann“, sagt Langhinrichs. Im Verein sind Ingenieure, Biologen, Tischler. Das Drama um die „Georg Büchner“, der Wunsch, maritimes Erbe zu erhalten, brachte sie zusammen. Vom als insolvent gemeldeten Förderverein SOS Seebäderschiff „Kronprinz“ ex. „Undine“ kauften sie den „Undine“-Rumpf für 1,14 Euro. Dr. Hans Gelpecke (78) war jahrelang in dem Verein, der sich in den 90er-Jahren gründete. Dessen Ziel war es, die „Undine“ wieder flott zu machen. Fünf Millionen Euro hätte das gekostet. „Zunächst sah es gar nicht so schlecht aus“, sagt Gelpecke. Der Förderbescheid vom Land war da, als Gesellschafter hatte der Verein den Toursimusverband. Als „schwimmendes Gastmahl“ sollte die „Undine“ fahren. „Es war eine gute Idee, aber die Finanzierung stand nicht.“ Der Verein verlor Mitglieder, Geld und zersprang. Mit dem Freundeskreis Maritimes Erbe gibt es Hoffnung für den Erhalt der „Undine“ als Denkmal, findet Gelpecke, „denn alles andere bleibt ein Traum, der nicht mehr zu realisieren ist.“

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