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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. August 2017 | 06:16 Uhr

Rostock : Eltern unter Schock: Kita-Preise steigen

vom

Rund 40 Euro mehr für Kindergartenplatz. Senator sieht Grundproblem im System

Die Auswirkungen des Kita-Tarifstreits machen sich bemerkbar. Viele Rostocker Eltern werden zur Kasse gebeten. Bei der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP) kostet ein Krippen-Ganztagsplatz – beispielsweise  im Waldemar Hof – ab heute 281 Euro monatlich inklusive Verpflegung statt bisher rund 244 Euro. Für den Kindergarten-Ganztagsplatz müssen künftig  162 Euro gezahlt werden. Auch Halbtags- und Teilzeit-Betreuungskosten steigen.

„Wir haben seit 2013 keine Beitragsverhandlungen mehr geführt“, sagt Bereichsleiterin Ines Rosenfeld von der GGP. Grund für die aktuelle Erhöhung sei hauptsächlich die Personalkostensteigerung. Die Verhandlungen zwischen GGP und Stadt waren  Dienstag abgeschlossen. Das Amt für Jugend und Soziales hatte mit mehreren Trägern der 89 Kitas in der Stadt verhandelt, forderte oft, dass Platzkosten nicht gleichermaßen zu  den Löhnen steigen. Eine  im Zweifel  eingesetzte Schiedsstelle entschied meist gegen die Stadt. Diese teilt sich die Kosten nach Abzug von Landesbezuschussung mit den Eltern. Größter Träger in der Verhandlung war das Deutsche Rote Kreuz mit zehn Kitas, 2200 Plätzen und  350 Erziehern. Die Beiträge im Kindergarten (ganztags) waren bereits im August angehoben worden – um rund 15 Euro monatlich. Für die Eltern wurden Nachforderungen rückwirkend bis Juli 2015 fällig, weil bereits mehr Lohn gezahlt wurde. „Das macht deutlich, dass wir eine völlig andere Finanzierung des Kita-Systems bräuchten“, sagt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke).

In Rostock werden 2700 Kinder in der Krippe und 6200 im Kindergarten betreut – so der Stand Anfang 2016. Dass immer mehr Kinder in Rostock betreut werden, fängt das  Land mit seinem Zuschuss aber nicht auf. Es orientiert sich für diesen nur an den Vorjahreszahlen.  Die Mehrkosten trägt die Stadt und hat sie mit einem  Teil der Ausschüttung aus dem Betreuungsgeld komprimiert. Alternativ hätten für alle Eltern die Kosten erhöht werden müssen, sagt Bockhahn. Die vom Land in Aussicht gestellte Entlastung von 50 Euro monatlich für die Eltern steht noch aus.

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erstellt am 01.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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