Vollverpflegung : Eltern schmeckt die Kita-Pauschale

100 Kinder in Dierkow und Warnemünde bekocht Toni Kühl täglich. Heute gibt es leckeren Krustenbraten.
100 Kinder in Dierkow und Warnemünde bekocht Toni Kühl täglich. Heute gibt es leckeren Krustenbraten.

Über die Neuregelung ab Januar gibt es in Rostock dank Bezahlmodellen mit und ohne Frühstück kaum Beschwerden / Mehr Aufwand für Träger

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28. November 2014, 12:00 Uhr

Die neue Kita-Verpflegungspauschale, die ab Januar in Rostock zur Pflicht wird, wird von den Eltern überwiegend positiv aufgenommen. Zur Auswahl stehen seit einer großen Trägerversammlung zwei Modelle: Die Verpflegungspauschale mit Frühstück und die ohne. „Viele Eltern wollen morgens zu Hause mit ihren Kindern essen, da wollen wir nicht einfach reingrätschen“, sagt Julia Bauer vom Amt für Jugend und Soziales. Bislang habe es nur vereinzelte Anfragen gegeben.

„Wenn die Eltern wissen, dass ihre Kinder ausgewogen und gesund versorgt werden, haben sie mit der Pauschale kein Problem“, sagt Michael Schötz, der bei der gemeinnützigen Sozialer Ring Rostock GmbH für die Abrechnung der Kitas in Dierkow und Warnemünde zuständig ist. Seine Schützlinge bekommen von Koch Toni Kühl täglich frisch zubereitete Mahlzeiten mit viel gesundem und saisonalem Obst und Gemüse. „Sie finden sogar die Graupensuppe und das Kohlrabigemüse lecker. Toni ist für die Kinder der heilige Sonnenschein“, sagt Schötz.

Angelika Ruth von der Kindervilla Cords aus Gehlsdorf sieht durch die Neuregelung sogar Vorteile für viele Eltern. Denn deren Sprösslinge seien häufig an mehr als den 17 Tagen im Monat anwesend, die künftig pauschal abgerechnet werden. „Ich hätte eigentlich mehr Protest erwartet“, sagt Ruth. Dass es nun anders kommt, sei auch das Verdienst der Kita-Träger, die ihren Eltern die Neuregelung vernünftig erklärt hätten. „Wir sind nur die Ausführenden“, so Ruth. Für sie selbst bedeute die Essenspauschale sogar Mehrarbeit. Denn bisher haben ihre Eltern direkt mit dem Caterer Verträge abgeschlossen und die Leistungen abgerechnet. Künftig muss sich darum zwingend der Träger kümmern.

Auch Kathleen Lührs vom Verein Institut Lernen und Leben, der allein in Rostock zehn Kitas betreibt, sagt: „Wir hatten die Essensversorgung und Abrechnung outgesourct, ab Januar geht das wieder über unseren eigenen Tisch.“ Den Trägern komme die Pauschalregelung daher entgegen, die den bürokratischen Aufwand begrenze. Gerade gestern hat der Verein Informationsbriefe an seine Eltern verschickt. Die Vorbereitungszeit sei für alle Seiten extrem knapp – die Pauschalregelung hatte der Jugendhilfeausschuss erst Ende Oktober beschlossen. Der Verein plant künftig mit monatlichen Verpflegungskosten von 82,28 Euro für einen Ganztagsplatz.

Eltern, die ihr Kind in einer Betreuungseinrichtung der Volkssolidarität unterbringen, kommen mit 76,50 Euro etwas günstiger weg. „Bis jetzt haben wir taggenau abgerechnet“, sagt Geschäftsführer Ilja Birkner. Das entfällt künftig. „Eine Abrechnungsart ist so ungerecht wie die andere“, so Birkner. Denn unabhängig von der Zahl der ausgereichten Gerichte „muss ich das Personal bezahlen, das das Essen zubereitet“.

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