Warnemünde : Eltern kämpfen um versetzte Erzieherinnen

Die Eltern Anke Rüssel (v. l.) , Sylvia Schmidt, Julia Biermann, Nicole und Jörg Benedict sowie Julian Syttkus mit den Kindern Thea, Oskar, Jeannie, Laura Bruno und Magnus wollen Katrin und Jana zurück haben.
Die Eltern Anke Rüssel (v. l.) , Sylvia Schmidt, Julia Biermann, Nicole und Jörg Benedict sowie Julian Syttkus mit den Kindern Thea, Oskar, Jeannie, Laura Bruno und Magnus wollen Katrin und Jana zurück haben.

Mütter und Väter der Kita Knirpsenland sind gegen personelle Entscheidung, das DRK prüft Fall. Ministerium und Senator sind ebenfalls eingeschaltet.

svz.de von
11. August 2018, 09:00 Uhr

Wenn es um ihre Kinder geht, dann kämpfen Eltern oft wie Löwen. So auch jetzt: In der Warnemünder DRK-Kita Knirpsenland sind am 6. Juli zwei Erzieherinnen vom Träger in eine andere eigene Einrichtung versetzt worden. „Betriebliche Gründe haben zu der Entscheidung geführt“, erklärt Jürgen Richter, Geschäftsführer der Kinder- und Jugendhilfe GmbH des DRK. Aus Datenschutzgründen darf er die Ursache für diesen Schritt nicht preisgeben. Die personelle Veränderung ist den Eltern am 11. Juli mitgeteilt worden. Diese wehren sich gegen die Entscheidung.

„Ich habe persönlich die Kita-Leiterin ein paar Wochen vorher gefragt, ob personelle Veränderungen zu erwarten sind, weil sich gerade die Kita-Gruppe von Katrin so gut entwickelt hat, die Leiterin hat es verneint“, sagt die Mutter von Magnus. Einen gewünschten Elternabend zum Thema hat es bisher nicht gegeben. „Wir haben die Notwendigkeit nicht gesehen, weil es für uns eine innerbetriebliche Entscheidung war“, begründet Richter. In dem Punkt räumen er und DRK-Präsident Wilfried Kelch ein, dass das falsch gewesen ist. Die Kita-Leiterin ist seit der Zeit erkrankt.

Vom Träger fühlten sich die betroffenen Eltern nicht ernst genommen mit ihrem Anliegen. Immerhin sind sie Vertragspartner. Richter und Kelch betonen, dass ein Mitbestimmungsrecht in Bezug auf Personalentscheidungen nicht Bestandteil eines Betreuungsvertrages ist, den Eltern mit der DRK Rostocker Kinder- und Jugendhilfe gGmbH unterschreiben.

Weil die Eltern mit der Versetzung der Erzieherinnen nicht einverstanden sind, haben sie Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mit ihren Sorgen konfrontiert. Senator Bockhahn will das Gespräch mit dem Träger suchen. Auch aus dem Ministerium gab es bereits eine Rückmeldung.

Im Fall der Kitagruppe sind die Eltern besonders betroffen. Hier hat es in der Krippenzeit elf Betreuerwechsel gegeben. Richter bedauerte das. „Das hängt mit Schwangerschaften, Vertretungen durch Zeitarbeitsfirmen und Krankheiten zusammen“, erklärt er. Die Eltern kritisieren, dass es bei so häufigen Wechseln für die Kinder schwer ist, eine Bindung zur Erzieherin aufzubauen. Von den Eltern eines Kindes, das als Frühchen geboren worden ist, liegt ein ärztliches Attest vor. Die Medizinerin bescheinigt die Wichtigkeit einer kontinuierlichen Betreuungsperson für das Mädchen.

Im Falle der zweiten Erzieherin wirkt sich der Einschnitt in den Augen des DRK-Geschäftsführers nicht so gravierend aus für die Kinder. „Sie kommen jetzt in die Schule“, begründet er. Für die Eltern ist die langjährige Erzieherin allerdings so etwas wie das Gesicht der Kita. Durch die kurzfristige Information konnte sich keiner richtig verabschieden.

Angesichts der massiven Kritik hat das DRK eingelenkt. „Ich werde den Fall überprüfen, wir werden einen Elternabend mit den betroffenen Müttern und Vätern veranstalten“, sagt Präsident Kelch. Das wird allerdings erst Mitte September sein. Geschäftsführer Richter will aber keine Erwartungen wecken, was die Rückkehr der Erzieherinnen anbelangt. Die Kritik der Eltern, dass es einer gerade die Ausbildung abgeschlossenen Kollegin an Kompetenz mangele, weisen sie zurück. „Wann will man denn jungen Kollegen Verantwortung übertragen?“, fragt Richter. Das sei bisher gängige Praxis in anderen Gruppen. Dies allerdings wundert Nicole Benedict: „Bisher haben alle neuen Erzieher als Springer in der Kita begonnen“, sagt sie. Das DRK bildet inzwischen selber aus, derzeit gibt es 16 Azubis.

Den Vorwurf der Mauschelei bei der Einstellung, weil es im Freizeitbereich Berührungspunkte zwischen der pädagogischen Leiterin des DRK und der neuen Kollegin gibt, halten Richter und Kelch für nicht richtig.

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