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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 23:25 Uhr

Rostocker Kita-Streit : Eltern fordern Klarheit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sie fürchten horrende Nachzahlungen, weil Stadt und Träger sich uneins über Aufteilung von Mehrkosten sind

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Kita-Plätze werden teurer – weil die Gewerkschaften mehr Lohn für Erzieher erwirkt haben. Unklar ist, wie viel dieser Lohnsteigerungen auf die Platzkosten für Eltern, Stadt und Land umgeschlagen werden. „Bis wir etwas konkretes haben, könnte es noch Jahre dauern“, sagt Diane Pohlmann vom Elternrat der DRK-Kita Knirpsenland aus Warnemünde. In der Zwischenzeit summieren sich die Beträge auf, die Eltern fürchten horrende Nachzahlungen.

Die Stadt verhandelt derzeit mit den Trägern der Kitas über die Umlage der Mehrkosten. Sie fordert von ihnen anderweitige Einsparungen, um die zusätzlichen Ausgaben aufzufangen. „Es ist leider nicht gelungen, eine gütliche Einigung herbeizuführen“, sagt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Die Streitigkeiten des Amtes für Jugend und Soziales mit dem Deutschen Roten Kreuz liegen bei einer Schiedsstelle. Den Schiedsspruch, machte Bockhahn aber klar, müsse und werde die Verwaltung wahrscheinlich nicht akzeptieren – denn der falle erfahrungsgemäß gegen die Kommunen aus.

Für sie bedeute das Unsicherheit, machte Julia Lappe (30) gestern in der offenen Sprechstunde der Bürgerschaft deutlich. Ihr Kind ist in der DRK-Kita Butzemannhaus. Seit Juli 2015 läuft der Streit. „Jedes Elternteil müsste sich ab Juli für jeden Monat die nächsten Jahre etwas zurücklegen“, sagt Pohlmann. Zwischen 10 und 30 Euro pro Kind und Monat seien das. Die Eltern würden akzeptieren, dass gut ausgebildete Fachkräfte auch gut bezahlt werden müssten – sonst würde das den Fachkräftemangel bestärken. Natürlich, sagte Lappe, freue sie sich nicht über eine Erhöhung, brauche aber vor allem Klarheit.

Der Senator forderte auf, das große Ganze zu sehen. Die Stadt zahle 2016 mehr als 40 Millionen Euro für Betreuungsentgelte und unterstütze einkommensschwächere Eltern noch mit acht Millionen. „Die Hansestadt muss sehr genau aufpassen, wo sie ihr Geld ausgibt“, so Bockhahn. Sybille Bachmann (Rostocker Bund) kritisierte, dass von den zwei für Kita-Entgelte zuständigen Amts-Mitarbeiterinnen eine längerfristig erkrankt und nicht vertreten sei. Die Eltern wollen ihre Zahlungen jetzt privatrechtlich und unter Vorbehalt mit dem DRK regeln, damit nicht, wenn ihre Kinder zur Schule gehen, Rechnungen über Hunderte Euro ins Haus kommen.

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