Elro-Insolvenz trifft 350 Mitarbeiter

Dunkle Wolken über der Elmenhorster Fruchtsaftgetränke GmbH: Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet.
Dunkle Wolken über der Elmenhorster Fruchtsaftgetränke GmbH: Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet.

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08. September 2012, 09:21 Uhr

Rostock/Elmenhorst | Die Pleite der Elmenhorster Fruchtsaftgetränke GmbH hat größere Dimensionen als bisher bekannt. Wie das Unternehmen gestern erklärte, betreffe der Insolvenzantrag nicht nur den Getränkehersteller, sondern die gesamte Elro-Gruppe aus Rostock. Dazu gehören noch die Großkelterei im sächsischen Rötha, die Rottaler Fruchtsaft GmbH im Landkreis Passau, die Rokoma Konfitüren-Feinkost GmbH in Rostock sowie die Mecklenburger Spirituosenfabrik G. Winkelhausen GmbH in Güstrow.

Der Geschäftsbetrieb der Holding sowie deren fünf Tochtergesellschaften läuft während des Verfahrens in vorläufiger Eigenverwaltung weiter. "Die 350 Mitarbeiter werden in Betriebsversammlungen an den jeweiligen Standorten über die eingeleiteten Maßnahmen informiert. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind für die ersten drei Monate des Verfahrens gesichert", heißt es in einer Erklärung der Elro-Geschäftsführung. Das Gericht hat einen vorläufigen Gläubigerausschuss eingesetzt.

Durch die zeitweilige Eigenverwaltung bleiben die Unternehmen weiterhin voll handlungs- und geschäftsfähig. Dabei werden sie aber von einem Sachverwalter beobachtet. Mit dieser Funktion wurde Berthold Brinkmann vom Gericht betraut. Die Geschäftsführung muss künftig alle wesentlichen Maßnahmen und Ausgaben mit ihm abstimmen. Die juristische Vertretung der Gruppe hat eine Düsseldorfer Anwaltskanzlei übernommen. Diese habe sich in den vergangenen Jahren bereits hervorgetan, heißt es von Seiten der Holding. Die Kanzlei hat eine Vielzahl von Unternehmen erfolgreich durch eine Planinsolvenz in Eigenverwaltung geführt.

Zusammen mit einer auf Restrukturierung spezialisierten Unternehmensberatung erarbeitet Elro derzeit ein Sanierungskonzept. Wenn das Insolvenzverfahren, wie von der Geschäftsführung angedeutet, Ende Oktober eröffnet wird, soll dieses Konzept in einen Insolvenzplan münden. Dafür muss die Sanierungsfähigkeit der Gruppe von unabhängiger Seite bestätigt werden. "Die größten Kunden haben sich in den bisherigen Gesprächen sehr positiv für eine Fortführung des Geschäftsbetriebes ausgesprochen", heißt es in der Erklärung der Elro-Gruppe. Zeitgleich würden erste Sondierungsgespräche mit Investoren über eine wesentliche Beteiligung an der Holding geführt. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass das Unternehmen weiterhin Bestand haben wird", so Geschäftsführer Bernd Pawlowski. Die Elro-Gruppe sei mit einem Umsatz von knapp 150 Millionen Euro und etwa 350 Mitarbeitern einer der wesentlichen Fruchtsafthersteller und -lieferanten für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland.

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