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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 10:17 Uhr

Warnemünde : Einwohner fordern Gratis-Toiletten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nach jahrelanger Diskussion: Warnemünder sind das WC-Problem leid und wollen die Thematik in andere Hände geben

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 13:00 Uhr

Beim Thema Toiletten schlagen bei den Warnemündern die Wogen schnell in große Höhen. Das zeigte sich auch auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung. „Seit 25 Jahren diskutieren wir zu diesem Thema“, sagt der Warnemünder Architekt Helmut Bach. „Das ist genug. Als Steuerzahler fordern wir ein ordentliches System, das nicht mit dem Zirkelschlag gezogen ist und den Ansprüchen an ein Seebad gerecht wird“, sagt er. Bach ergänzt: „Und das ganze zügig und rund um die Uhr kostenfrei.“

Die Warnemünder sind auch das Gerangel um die Zuständigkeiten leid. Sie würden das Thema Toiletten lieber beim Umweltamt der Hansestadt ansiedeln als bei der Tourismuszentrale. Im Umweltamt haben Silva Schölens-Burmeister und Andreas Neupert wenigstens ein Bedarfskonzept erstellt, das noch einen langen bürokratischen Weg vor sich hat. Aber so hat sich zumindest der Dialog mit den Warnemündern verbessert, finden die Beteiligten. Trotzdem berücksichtigt das Konzept in den Augen der Warnemünder nicht ausreichend, dass es sich bei dem Ostseebad um einen Stadtteil handelt, in dem jährlich Millionen Urlauber und Kreuzfahrttouristen zu Besuch sind.

Dr. Andreas Neupert vom Umweltamt wies darauf hin, dass es 38 öffentliche Toiletten in der Hansestadt gebe. „Das Bewirtschaften kostet 260 000 Euro, 70 000 Euro stehen als Einnahmen zu Buche“, rechnet Neupert vor. „Das ist Geld, auf das wir nicht verzichten können.“ Er sieht das Thema eher in der Zuständigkeit der Tourismuszentrale. In anderen Seebädern würden solche Ausgaben von der Kurtaxe beglichen. Kritisiert wurde auch, dass sich die Tourismuszentrale beim Thema Toiletten eher bedeckt hält. Die anwesende Mitarbeiterin meldete sich nicht zu Wort.

Jörg Drenkhahn, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur, hat eine klare Haltung zum WC-Thema: „Wir als Ausschuss fordern ebenfalls, dass die Toiletten, die im vergangenen Jahr gebaut werden sollten und die für dieses Jahr geplant sind, unverzüglich aufzustellen sind“, sagt er und ergänzt: „Die Leute pinkeln mangels Toiletten überall im Ort hin.“

Das wollen die Warnemünder nicht mehr hinnehmen. Darüber hinaus fordert Drenkhahn, dass die Toiletten entgeltfrei zu nutzen sind. Außerdem müsse an Knotenpunkten die Anzahl der Toiletten erhöht werden, gerade für Menschen mit Handicap. Da sei das Toiletten-Informationssystem ein guter Anfang. Und auch bei Neubauten gebe es positive Beispiele wie in der Wachtlerstraße. Die Anlage der Firma JC Decaux ist schon von 1991, aber sie ist immer gepflegt. „Die Reinigung läuft sofort nach der Benutzung vollautomatisch“, weiß Silva Schölens-Burmeister vom Umweltamt zu berichten. „Zu diesem Typ haben wir ständig Anfragen aus anderen Städten.“ Der einzige Nachteil: Das Reinigen dauert fünf Minuten und ist daher an Standorten, an denen Busreisende Toiletten nutzen wollen, zu zeitaufwändig. Nicht mehr zeitgemäß sind sicherlich die Trockenklos auf dem Parkplatz Mitte. Die WC-Anlage auf der gegenüberliegenden Seite benötigt dringend einen Farbanstrich, bevor die Saison beginnt.

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