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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 00:15 Uhr

Wirtschaft : Einwegflaschen auf Rekordhoch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ein Kavelstorfer Unternehmen hat in den vergangenen Jahren 25 Millionen Euro an Pfand umgesetzt und konnte so eine neue Sortieranlage einweihen.

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Um 6.30 Uhr ist gestern die Hochleistungszählanlage bei der Kavelstorfer Dienstleistungs- und Service-GmbH (Kadise) gestoppt worden. Schließlich war der Zähler nur noch zehn Einwegflaschen von der 100-millionsten entfernt – und dieser Moment sollte mit den 40 Mitarbeitern gefeiert werden. „Denn dass wir diese rasante Entwicklung nehmen, war nicht abzusehen“, sagt Geschäftsführer Fred Grohs.

Vor zehn Jahren sei Kadise in Kavelstorf gestartet, anfangs wurde noch mit Baustoffen gehandelt. Schnell kam dann aber der Wechsel zu den Pfandflaschen und zur Logistik. Denn das Unternehmen Getränkeland hatte mit seinen 135 Filialen in MV und Brandenburg dringend nach einer Lösung für die effiziente und sichere Entsorgung von Einweg- und Mehrwegflaschen gesucht. Auf dem 22 000 Quadratmeter großen Gelände wurde deshalb 2008 die erste und bislang einzige Zählanlage in MV angeschafft. Anfangs habe der Durchlauf etwa drei Millionen Einwegflaschen pro Jahr betragen, 2013 wurde aber bereits die 20-Millionen-Marke geknackt. Die Anlage wird im Drei-Schicht-System jeweils von Sonntagabend bis Freitagabend rund um die Uhr bedient – und schafft 6000 Einwegflaschen und Dosen pro Stunde.

Und sie erleichtert auch die Abrechnung. Denn mit der Rückerstattung des Pfandes an die Kunden gehen die Betreiber der Märkte erst einmal in Vorleistung. Durch eine spezielle Kennung auf dem Leergut kann die Kavelstorfer Anlage die Herkunft jeder einzelnen Flasche erkennen und dem entsprechenden Unternehmen zuordnen. „Aber es dauert trotzdem etwa sechs bis acht Wochen, bis das Geld von den Produzenten zurückerstattet ist“, so Grohs. Mit der 100-millionsten Flasche wurden in den vergangenen Jahren also 25 Millionen Euro an Pfandwert umgesetzt.

Einmal pro Woche werden von den Mitarbeitern die Getränkeland-Filialen sowie Gastronomie-Kunden beliefert und das Leergut abgeholt. An Durchschnittstagen sind das gut und gerne 80 000 Flaschen. Besonders heiße Sommertage führen dagegen zu Rekordwerten von bis zu 100 000 Einwegflaschen täglich. Nach dem Zählen und Sortieren werden sie platt gemacht. „Nach zweieinhalb Sommertagen ist ein Container mit acht Tonnen zerkleinerten Flaschenresten gefüllt“, so Grohs. Der Rohstoff werde dann abgeholt und weiterverarbeitet – zum Beispiel in der Textilindustrie.

Auch wenn gestern die Einwegflaschen im Mittelpunkt standen und sie auch den Großteil am gesamten Pfandsystem ausmachen: Natürlich werden bei Kadise auch Mehrwegflaschen angenommen. Meterhoch stapeln sich auf dem Gelände die Kisten. Bis vor zwei Wochen haben die Mitarbeiter die Sortierung noch komplett per Hand erledigt. „In neue Hallen und eine Mehrweg-Sortieranlage haben wir insgesamt rund 500 000 Euro investiert“, blickt Grohs auf die jüngste Errungenschaft zurück. Das Unternehmen sei für die Zukunft gut aufgestellt, auch wenn es natürlich immer neue Herausforderungen gebe. Aktuell zum Beispiel den Mindestlohn, der im Helfer-Bereich noch nicht durchgängig gezahlt werde.

 

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