Übung : Einsatzkräfte proben den Ernstfall

Horror-Szenario am Flughafen Laage: Im Terminal des Flughafens gibt es eine Explosion mit starker Rauchentwicklung. Einige Verletzte liegen bewusstlos am Boden. Fotos: Michaela Kleinsorge
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Horror-Szenario am Flughafen Laage: Im Terminal des Flughafens gibt es eine Explosion mit starker Rauchentwicklung. Einige Verletzte liegen bewusstlos am Boden. Fotos: Michaela Kleinsorge

Katastrophenszenario auf dem Flughafen Laage: Nach einer Explosion wimmelt es im Terminal von Verletzten und Toten

svz.de von
24. November 2014, 12:00 Uhr

Ein Knall, Schreie und Chaos – am Sonnabend hat auf dem Flughafen Laage Ausnahmezustand geherrscht, die Rettungsdienste probten den Katastrophenfall. Das filmreife Set vor dem Terminal versank pünktlich um 10 Uhr in künstlichen Rauchschwaden, nachdem es aus unbekannten Gründen zu einer Explosion gekommen war. Um die Simulation möglichst realistisch wirken zu lassen, schminkten die Profis des Deutschen Roten Kreuzes mehr als zwei Stunden lang Studenten künstliche Brandwunden und schwere Verletzungen auf die Haut.

Am schnellsten vor Ort war die Flughafenfeuerwehr des benachbarten Luftwaffengeschwaders „Steinhoff“, die schon zwei Minuten nach der Explosion eintraf. Wenig später riegelten Polizisten das gesamte Gelände ab. Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises und örtliche Feuerwehren schickten weitere Verstärkung. Mit Atemschutzgeräten ausgestattete Retter evakuierten das gesamte Terminal und bereiteten die Verletzten auf den Transport in ein aufblasbares Sanitäterzelt vor.

Die Bergung übernahmen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes und Arbeiter Samariter Bunds (ASB), die sich auch um die Erstversorgung und psychologische Betreuung kümmerten. Sobald eine erste Einschätzung der Gesamtsituation vorlag, verteilten die Retter ihre Patienten auf die umliegenden Krankenhäuser – abhängig vom Verletzungsgrad. Verstorbene Opfer hingegen wurden vor Ort von der Kriminalpolizei identifiziert, das Kreisauskunftsbüro übernahm die Kommunikation mit den Angehörigen. Sondereinheiten durchsuchten unterdessen den gesamten Sicherheitsbereich des Flughafens.

Insgesamt nahmen 285 Einsatz- und Rettungskräfte an der Großübung teil. Ihr Ziel ist es, die Abläufe zu perfektionieren. „Ein Notfallmanagement auf dem Papier ermöglicht es noch lange nicht, angemessen auf potenzielle Gefahren reagieren zu können“, sagt Oliver Damer, Verkehrsleiter des Flughafens. Für die Übung wurde der Airport für vier Stunden geschlossen. Den Großbrand im Terminal mit erhöhtem Publikumsverkehr simulierten 70 Statisten der Polizei-Fachhochschule.

„Wir sind im Gesamtergebnis sehr zufrieden. Alle Einheiten haben nach der Auswertung ihr Ziel erreicht“, sagt Damer. Lediglich bei der Kommunikation der verschiedenen Einheiten seien kleinere Probleme aufgetreten, die jetzt abgestellt werden sollen. Eine Großübung wie die am Sonnabend findet alle zwei Jahre auf dem Flughafen statt. Zusätzlich gibt es vierteljährliche Planungs- und jährliche normale Übungen. Trotz knapper finanzieller Ressourcen solle die Sicherheit an erster Stelle stehen, so Damer.



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