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17. Oktober 2017 | 15:17 Uhr

Eines der letzten großen Denkmäler

vom

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2012 | 08:39 Uhr

Nördliche Altstadt | Für Klaus Armbröster, Vorsitzender des Rostocker Stadtführervereins, war es ein denkwürdiges Ereignis: das gestrige Richtfest im Hornschen Hof. Jahrelang ist ihm das verfallene Gebäude in der Nördlichen Altstadt auf seinen Rundgängen mit Touristen ein Ärgernis gewesen. Von der Herrschaftlichkeit des einstigen Adelssitzes war schon lange nichts mehr zu sehen. "Es war fünf vor zwölf, dass hier etwas passiert", sagt der Stadtführer, der sich umso mehr freut, dass dem historischen Denkmal von 1612 jetzt zu alter Schönheit verholfen wird. "Das ist eine tolle Sache." Damit werde das Ensemble in diesem Stadtviertel geschlossen.

So viel Substanz wie möglich bleibt erhalten

Dass der alte, schwammbefallene Dachstuhl noch vor dem Wintereinbruch abgenommen, ausgebessert und wieder befestigt werden konnte, ist auch für Fred Muhsal, den Investor, ein Grund zur Freude. "Es gab nicht viele, die daran geglaubt haben", sagt er. Damit sei eine große Hürde genommen; das Gebäude sei geschützt. Eine weitere Hürde war die Sicherung des Reliefs im Südflügel. Um zu verhindern, dass es während der Bauarbeiten abfällt, wurde es verkleidet. "Erst danach wird es restauriert", sagt Birgit Mannewitz vom Amt für Kultur und Denkmalpflege der Stadt. Und auch die Stützenkonstruktion im Haus stellte eine Herausforderung dar. Verfaulte Holzbalken mussten ersetzt, intakte erhalten werden. "Nur das, was nicht mehr zu verwenden war, kam weg", sagt Mannewitz. Schwere Technik kam dabei kaum zum Einsatz, Handarbeit war gefragt.

Der Innenausbau des Gebäudes soll schon in Kürze beginnen. Für rund drei Millionen Euro will Fred Muhsal, der in der Zwischenzeit drei weitere Investoren ins Boot geholt hat, den Hornschen Hof zur Studenten-Herberge ausbauen. Mehr als 20 Wohnungen sind geplant, der Großteil zwischen 35 und 55 Quadratmeter groß. Unter dem Dach sollen zudem einige größere Wohnungen entstehen. Bereits Ende 2013 will Muhsal mit dem Umbau fertig sein. Um voranzukommen, seien immer wieder Absprachen und Kompromisse mit dem Bauamt und der Denkmalpflege nötig, so der Investor. Beispielsweise habe sich die Denkmalpflege kleine Fenster gewünscht. Doch das sei aus Brandschutzgründen nicht möglich. "Ohne Kompromisse ist dieses Gebäude nicht fertigzustellen", sagt Muhsal.

Vom Adelssitz zum Speicherkomplex

Trotz der Kompromisse, so Birgit Mannewitz, befinde sich das Projekt im Großen und Ganzen auf einem guten Weg. Ihrer Meinung nach ist der Hornsche Hof, der zuerst als Adelssitz und zuletzt als Speicherkomplex diente, eines der letzten großen Denkmäler der Stadt. Hier werde ein Stück Bau- und Stadtgeschichte aus allen Phasen seit 1612 sichtbar. "Es liegt allen am Herzen, dass nach 20 Jahren Leerstand eine gute Nutzung gefunden wird", sagt die Denkmalpflegerin. Denn ein Haus, das nicht genutzt werde, verfalle.

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