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Fischereihafen Rostock : Einer der Regisseure am Kai

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Portmanager Ralf Westphal ist seit zehn Jahren im Fischereihafen und bereits seit 40 Jahren im Umschlag tätig

Am Warnowkai des Fischereihafens lädt der Frachter „Lady Christina“ 3500 Tonnen Kaolin für Finnland. Dahinter löscht das Küstenmotorschiff „Bal-Bulk“ 2000 Tonnen Splitt aus Dänemark. Am neuen Stückgutterminal bestimmen riesige Holzstapel die Szenerie. Hier wird mit der „Eidsvaag Sirius“ die nächste Holzzufuhr erwartet. Alltag im Umschlaggeschehen dieses kleinen kommunalen Nischenhafens – eine Momentaufnahme vom vorigen Wochenende. Einer der Regisseure an der Kaikante ist der Rostocker Ralf Westphal (56). Er ist neben Winfried Wokersin und David Jäschke einer der drei Portmanager dieses Rostocker Hafens. Ihre Aufgabe besteht darin, den Schiffen ihren Liegeplatz zuzuweisen, für ihre reibungslose Abfertigung zu sorgen, Personal und Technik dementsprechend einzusetzen. An der beachtlichen Kaiauslastung nehmen sie maßgeblich Anteil.

Ralf Westphal hat hier seit zehn Jahren sein Arbeitsfeld. Am 1. Mai beging er dieses Berufsjubiläum, im Hafenumschlag ist er aber bereits seit nahezu 40 Jahren tätig. 1976 begann er seine Lehre als Hafenfacharbeiter im Rostocker Seehafen, absolvierte hier 1983 die Meisterausbildung, wurde Schiffsmeister am Pier 1, wechselte schließlich auf die andere Warnow-Seite.

24 festangestellte Arbeitnehmer gehören hier zum Umschlagteam, das sich bei Bedarf in Spitzenzeiten durch Zusatzkräfte verstärkt. Sie alle sind Allrounder, können Stapler und Zugmaschinen führen und einige von ihnen auch die moderne Krantechnik bedienen. „Eine interessante Tätigkeit – da kommt keine Langeweile auf“, merkt Ralf Westphal am Rande des traditionsreichen Heringsessens an. Er verweist darauf, dass die Entwicklung des Fischereihafens, der das dritte Jahr in Folge über eine Million Tonnen umschlug, durch Aufstockung des Personals und der Einführung neuer Technik möglich wurde. Die neuen Mantsinen-Kräne kommen beispielsweise mit ihren Greifarmen problemlos auch in die Ladeluken größerer Schiffe, können so Holzfrachter mit bis zu 7500 Kubikmeter Holz löschen. Aber auch durch einen weiteren Radlader und die Anschaffung einer dritten Lok wurde die Technik verstärkt. Neue Lagermöglichkeiten ergeben sich durch die neu profilierte Schüttguthalle, die Errichtung eines neuen Liegeplatzes und weiteren Freilagers. Für diese und weitere Investitionen ist der Kurs abgesteckt. Der Hafen stellt sich somit wachsenden Anforderungen.

Wenn hier gegenwärtig auch nur etwa 50 000 statt wie in Spitzenzeiten 90 000 Kubikmeter Industrieholz monatlich umgeschlagen werden, wird damit gerechnet, dass spätestens im Herbst auch dieses Geschäft wieder auf vollen Touren läuft. Grundlage bildet ein Vertrag mit dem zum kanadischen Unternehmen Mercer gehörenden Zellstoffwerk Stendal. Weitere Umschlaggüter sind vor allem Dünger, Getreide, Kaolin, Wasserglas, Splitt, Roheisen und auch gefrosteter Fisch, der im unternehmenseigenen Kühlhaus eingelagert wird. Zudem ist der Hafen auch eines der größten Gewerbegebiete der Hansestadt. Auf dem 60 Hektar großen Areal haben sich 165 Firmen angesiedelt.

Ralf Westphal erfüllt es mit Genugtuung, an der imposanten Entwicklung dieses Hafens mitzuwirken. Als Mitglied des Betriebsrates hilft er Anliegen der Arbeitnehmer zu klären. Die Belegschaft – so unterstreicht er – sei stabil, das Betriebsklima gut. Der bevorstehende Geschäftsführer-Wechsel, so seine Hoffnung, möge das ungetrübt erhalten. Im Oktober geht die langjährige Chefin Daniele Priebe in den Ruhestand. In seiner Freizeit ist Ralf Westphal übrigens ein passionierter Hobbytaucher. 2005 hat er den Taucherschein gemacht und ist in der Ostsee, aber auch in Tauchparadiesen ferner Länder wie Ägypten der Unterwasserwelt auf der Spur.


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erstellt am 04.Mai.2016 | 12:45 Uhr

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