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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. Oktober 2017 | 09:16 Uhr

Eine volle Mailbox und Sekt mit den Kollegen

vom

svz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 08:11 Uhr

Rostock | Aus der Hansestadt direkt nach Berlin, vom Kreis- in den Bundestag: Zu diesem Schritt wollten Peter Stein (CDU) gestern viele gratulieren. "Ich habe 70 Anrufe auf der Mailbox", sagt Stein. Trotz aller Freude über das Direktmandat - gegen 23 Uhr hat er am Sonntag die Wahlparty verlassen und ist mit Frau Heike nach Mönchhagen gefahren, wo die Familie zu Hause ist. "Es war ja auch ein Abend voller Anspannung. Lockerer wurde ich erst, als rund die Hälfte ausgezählt war und der Abstand größer wurde", spielt Stein auf das teilweise Kopf-an-Kopf-Rennen mit Steffen Bockhahn (Linke) an, der lange als Favorit für das Direktmandat der Hansestadt und des Umlandes galt.

Für Stein war gestern noch ein ganz normaler Arbeitstag. "Aber für die Dienstberatung mit den Kollegen um 13 Uhr habe ich eine Flasche Sekt kalt gestellt", sagt der Mitarbeiter des städtischen Planungsamtes. Seinen Ausstand im Rathaus, wo er freigestellt wird, gibt Stein aber erst nach der konstituierenden Sitzung des Bundestages. Dennoch muss der 45-Jährige bereits heute nach Berlin, weil die erste Fraktionssitzung ansteht. Schätzungsweise 150 Tage pro Jahr wird Stein in Berlin verbringen. Deshalb müsse er sich jetzt auch erst mal eine Wohnung suchen. Vielleicht hilft ja dabei Sohn Torben, der bereits in der Metropole studiert. Außerdem müssten Mitarbeiter fürs Büro gefunden werden. "Dabei setze ich auf erfahrene Kräfte, da ich ja als unerfahrener Parlamentarier nach Berlin komme", sagt Stein. Angst macht ihm das Frischlings-Dasein im Bundestag aber nicht. "Ich war ja schon mal fünf Jahre im Landtag, außerdem bin ich seit 1999 im Kreistag. Das sind zwar alles tiefere Ebenen, aber dennoch weiß ich, wie Fraktions- und Parlamentsarbeit funktioniert", so der selbstbewusste Wahlgewinner.

In welche Ausschüsse des Bundestages er als Mitglied einziehen will, dazu hält sich der Christdemokrat bedeckt. "Darüber will ich erst mit meinen Fraktionskollegen reden", so Stein. Aber natürlich würden ihm als Stadt- und Regionalplaner die Themen Verkehr und Umwelt besonders liegen. Für die kommenden vier Jahre hat Stein sich vorgenommen, Schwerpunkte zu setzen. "Ich nehme auch die Themen mit, die mir während des Wahlkampfes angetragen wurden - wie Rente, Pflege und den Reformstau", sagt er.

Dass ihn der so genannte Merkel-Effekt in den Bundestag gehoben hätte, davon will Stein nichts wissen. "Solche Äußerungen finde ich respektlos, denn ich habe auch einen knallharten Wahlkampf hinter mir." Außerdem mache er seit 15 Jahren Politik. "Und ich bin nicht mal eben nur so angetreten und habe ein Plakat aufgehängt", wehrt sich der Gewinner gegen die Argumente der politischen Gegner. Sein Kreistagsmandat will er auf jeden Fall erst einmal bis zu den Kommunalwahlen 2014 behalten, vielleicht sogar weiter. Und im neuen Büro in Rostock für alle Bürger ansprechbar bleiben.

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