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Universitätsklinikum Rostock : Eine Station in Schülerhänden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Angehende Krankenpfleger leiten eine ganze Abteilung in Eigenregie / Projekt soll praktische Fähigkeiten stärken

In der kommenden Woche wird die Palliativstation des Universitätsklinikums komplett in die verantwortungsvollen Hände der Krankenpflegeschüler des 2. und 3. Ausbildungsjahres übergeben. Auf der Station werden Patienten betreut, die an einer weit fortgeschrittenen, unheilbaren Krankheit leiden.

Beim Projekt „Schüler leiten eine Station“ werden zwölf angehende Krankenpfleger die Betreuung der acht Patienten auf der Palliativstation im Schichtsystem übernehmen. Die Früh-, Spät- und Nachtdienste werden dann komplett von Pflegeschülern übernommen. Auch die Dienstpläne mussten die Schüler selbst schreiben. „Das war fast das Komplizierteste an dem Projekt“, berichtet die 19-jährige Pia Zabel.

Während des Projektes wird das ausgebildete Pflegepersonal den Auszubildenden lediglich beratend zur Seite stehen und bei Fehlern oder im Notfall helfend eingreifen. Die Stationsleiterin Maria Steuck begrüßt die Idee des Projektes auf ihrer Station und lobt das Engagement der Schüler nachdrücklich. „Es wird bestimmt nicht leicht, die Hände immer auf dem Rücken zu behalten und zuzuschauen“, sagt Steuck. „Aber wir sind auch immer auf der Suche nach neuen Ideen und freuen uns, wenn die Schüler Erfahrungen, die sie auf anderen Stationen gesammelt haben, hier mit einbringen.“

Bereits im vergangenen Jahr wurde ein solches Projekt erfolgreich in der Neurologie absolviert und „dabei war die Resonanz auf Seiten der Schüler so gut, dass wir das Projekt einfach ausweiten mussten“, sagt Liane Jürß, stellvertretende Pflegedienstleiterin des Zentrums für Innere Medizin. „Deshalb wird das Projekt dieses Mal doppelt so lange dauern und in zwei Turnussen stattfinden“, fügt sie hinzu.

„Das Projekt soll die selbstständige Arbeit am Patienten vertiefen und festigen und den Umgang mit Sterbenden üben, mit dem die Schüler letztendlich auf jeder Station konfrontiert werden“, so Stationsleiterin Steuck. Deren im Vorfeld ehrenamtlich abgehaltenen Vorbereitungsseminare loben die Pflegeschüler.

Besonders angenehm an dem Projekt finden sie es, dass sie durch das zusätzliche Personal viel mehr Zeit für die Patienten haben, wie die 22-jährige Gina Louisa Prudöhl sagt. „Wir können die Patienten ganz individuell betreuen. Uns Zeit nehmen beim Waschen, sie individuell bekochen oder ihnen einfach nur zuhören“, schwärmt die Schülerin.

Genau wie die Lernenden seien auch die Patienten kurz vor Beginn schon ein wenig aufgeregt, sagt Stationsleiterin Steuck. Doch insgesamt werde das Projekt von ihnen sehr gut angenommen. Und am Ende bekommen natürlich auch die Patienten die Möglichkeit, das Projekt mittels Evaluationsbögen zu beurteilen.

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