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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 13:19 Uhr

partizipative kunst : Eine Reise durch Dierkow

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Berliner Künstler entwickeln mit Anwohnern Rundgänge, die einen neuen Blick auf den Stadtteil eröffnen sollen

von
erstellt am 21.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Wer über längere Zeit in einem Stadtteil wohnt, weiß: Der Blick fürs Detail geht schnell unter. Die Dierkower bekommen nun die Chance, ihr Viertel mit ganz neuen Augen zu betrachten: mit Themenrundgängen durch den Stadtteil. Hintergrund ist das Projekt „Reisen“, das die Künstlergruppe Parallele Welten für einen eigens auf Dierkow zugeschnittenen Wettbewerb ausgearbeitet hatte. Der Kunstbeirat der Hansestadt hatte im Februar die Aufgabe formuliert, partizipative Kunstprojekte im Umfeld des neuen Stadtteil- und Begegnungszentrums (SBZ) zu entwickeln. Parallele Welten hat diesen Wettbewerb gewonnen.

„Wir haben uns sehr gefreut, dass wir ausgewählt wurden“, sagt Stefan Krüskemper, der nun gemeinsam mit Maria Linares und Kerstin Polzin die Stadtteilrundgänge weiterentwickeln wird. Hauptaugenmerk wird dabei stets auf den partizipativen Charakter gelegt: „Es sollen Stadtführungen von Dierkowern für Dierkower werden“, so Krüskemper. Damit will die Stadt einen tieferen Einblick in die Lebenswelt eines oft als strukturschwach betrachteten Stadtteil ermöglichen.

Eine erste Planung gab es am vergangenen Wochenende. Von Freitag bis Sonntag konnten die Dierkower an Workshops teilnehmen, bei denen über die thematische Ausrichtung und den Verlauf der Rundgänge gesprochen wurde. „Es waren sehr viele tolle Ideen dabei, die man auch sehr gut weiterentwickeln kann“, sagt Dina Springmann, stellvertretende Leiterin des SBZ. Bislang seien drei konkrete Rundgänge erarbeitet worden. So wird es unter anderem einen geben, bei dem Fotografien im Mittelpunkt stehen. „Die Idee dahinter ist, den Gegensatz der schmuddligen und schönen Ecken in Dierkow herauszuarbeiten“, sagt Springmann. Ein weiterer Rundgang führt durch die Straßen mit plattdeutschen Namen, ein anderer gibt einen Überblick über den gesamten Stadtteil.

Insgesamt sollen aus dem Projekt fünf Rundgänge entstehen. Ideen für die zwei noch ausstehenden gibt es bereits. So könne eine der Touren sich beispielsweise an Kinder richten, Spielplätze an verschiedenen Ecken in Dierkow vorstellen, sagt Krüskemper. Außerdem gebe es Überlegungen für einen historischen Rundgang, der die Entstehung des Viertels im Rostcker Nordosten beleuchtet. „Das steht alles aber noch nicht so genau fest, wir werden das in der nächsten Zeit noch genauer planen“, so Krüskemper. Fest steht dagegen jedoch: „Wir sind bis jetzt sehr zufrieden. Die Workshops haben allen Beteiligten großen Spaß gemacht.“ Das Interesse der Dierkower bestätige, dass solche Projekte der richtige Weg seien, um etwas zu bewegen, sagt Krüskemper.

Im Laufe der kommenden Wochen werden die partizipativen Stadtteilrundgänge weiter konkretisiert. Am 19. August treffen sich die Organisatoren der drei feststehenden Touren noch einmal mit den Künstlern, um weitere Details auszuarbeiten. Und dann dauert es auch nicht mehr lange, bis es ernst wird: Denn für diese Rundgänge sind schon vorläufige Termine festgelegt worden. So soll die Foto-Tour am 30. September stattfinden. Durch die plattdeutsch betitelten Straßen geht es nach der jetzigen Planung am 7. Oktober, den großen Rundgang gibt es dann am 30. Oktober.

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