Eine Adresse mit Tradition

Konditorin Katharina Flach und Wellenspiel-Küchenchef Christian Schulz freuen sich auf Gäste mit Appetit. mapp
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Konditorin Katharina Flach und Wellenspiel-Küchenchef Christian Schulz freuen sich auf Gäste mit Appetit. mapp

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24. Mai 2013, 09:39 Uhr

Warnemünde | Das Warnemünder Kurhaus feiert heute seinen 85. Geburtstag. Architekt dieses markanten Gebäudes in der Seestraße 18 war Gustav Wilhelm Berringer, der zwischen 1913 und 1934 als Rostocks Stadtbaumeister tätig war und ab 1923 zusätzlich auch als Stadtbaudirektor wirkte.

Der Warnemünder Gerhard Lau hat schon zum 75. Geburtstag des Hauses eine Broschüre im Verlag Redieck & Schade herausgegeben. Darin vermerkte er, dass die Warnemünder anfangs wenig begeistert von dem Bauwerk waren - bis es nach der Eröffnung des Kurhausgartens zum kulturellen Mittelpunkt von Warnemünde aufstieg. Im Krieg hatte dieses Gebäude das Glück, die Bomben unbeschadet zu überstehen. "Uns freut, dass der Bauhaus-Stil des bekannten und markanten Gebäudes erhalten geblieben ist", sagt Verkaufsleiterin Verena Schelski. "Das Kurhaus ist eine Adresse mit Tradition", sagt sie.

Zu den Neuheiten gehört der kürzlich restaurierte Saal, der mehr als 500 Gästen Platz bietet. Die nächsten kulturellen Höhepunkte sind eine Lesung mit Wladimir Kaminer am 24. Juni und ein Konzert mit Klarinettist Giora Feidman am 27. Juli. Kulinarisch ist das Haus zweigeteilt: Im Restaurant Paulo Scutarro geht es mediterran zu, im Café Wellenspiel servieren Konditorin Katharina Flach und Kollegen 30 verschiedene Sorten Torte. Mit dem Kurhaus verbinden viele Warnemünder eigene Erlebnisse. Gerhard Lau beispielsweise erinnert sich gerne an die Zeit bis zur Wende. Bis dahin bildeten sich noch Menschen-Schlangen hinter den Schildern wie "Sie werden platziert!" und auf der Speisekarte gehörte das Wort "Sättigungsbeilage" für Kartoffeln zum sprachlichen Standard.

Fotografenmeister Wolfhard Eschenburg wurde eine seltene Ehre zuteil: Als unter dem Kurhausgarten die Tiefgarage errichtet wurde, hat der gebürtige Warnemünder einmal nicht hinter der Kamera gestanden, sondern den ersten Spatenstich mit einem Bagger vollzogen - assistiert vom damaligen Investor Hermann Steinbicker.

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