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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 22:03 Uhr

Staatstheater Schwerin : "Ein wunderbares Orchester"

vom

Kaum ist das Schweriner Staatstheater vor der Pleite gerettet, bringt die Musiktheater-Sparte mit „Madame Butterfly“ einen Allzeit-Klassiker.

svz.de von
erstellt am 17.Nov.2011 | 07:45 Uhr

Schwerin | Die "Madame Butterfly" ist seine erste große Oper in Schwerin: Daniel Huppert ist der neue Erste Kapellmeister der Mecklenburgischen Staatskapelle und bringt heute Abend Puccinis Klassiker gemeinsam mit Regisseur Arturo Gama auf die Bühne. Huppert war bis Ende vergangenen Jahres als "Assistant du chef dorchestre" an der Opéra national de Paris (Bastille) engagiert. Philip Schroeder sprach mit dem Musiker über seine erste Opernpremiere am Staatstheater.

Herr Huppert, Erster Kapellmeister der Mecklenburgischen Staatskapelle - was bedeutet dieser Posten für Sie?

Für mich ist das ja meine erste feste Stelle in Deutschland und bin sehr froh und dankbar, hier in Schwerin zu sein. Die Staatskapelle ist ein wunderbares und ja auch ein sehr traditionsreiches Orchester, von dem gerade ich als junger Dirigent viel lernen kann. Kein Orchester ist ja einfach mit einem anderen vergleichbar. Es "fühlt" sich unterschiedlich an und hier hat es für mich nach wenigen Sekunden gestimmt.

Was hat Sie nach Schwerin gelockt?

Zuerst muss man ja ganz ehrlich sagen, dass Stellen in dieser Position an einem Staatstheater doch sehr rar sind. Pro Jahr werden in der Regel zwei bis drei Kapellmeisterstellen ausgeschrieben, auf die sich dann doch sehr viele Kollegen bewerben. Das können zwischen 80 und 130 Bewerbungen sein.

Wenn man dann noch eingeladen wird, es durch zwei Runden schafft und dann noch an so einem wunderbaren und traditionsreichen Theater und in einer so schönen Stadt Musik machen darf, kann man doch sehr zufrieden sein.

Puccinis "Madame Butterfly" ist Ihre erste Oper in Schwerin. Wo liegt für Sie der Reiz des Werkes?

Faszinierend für mich ist die Farbigkeit der Partitur mit ihren musikalischen Kontrasten. Puccini komponiert ganz nah am Text, an der Handlung der Oper. Jede Situation, jeder Szenen-, jeder Stimmungswechsel spiegelt sich in der Musik wider. Die "Madame Butterfly" ist daher unglaublich tiefgründig und abwechslungsreich. Zum anderen reizt mich die erschütternde Thematik dieser zwischen zwei Welten hin und her gerissenen jungen Frau, die in ihrer Isolation gefangen ist.

Eine Oper hat immer einen Regisseur und einen musikalischen Leiter - wie gestaltet sich so eine Teamarbeit?

So nah hier Libretto und Musik stehen, so nah sind sich natürlich auch die Regie und die Musik. Das war uns beiden, Regisseur Arturo Gama und mir, seit unserem ersten Arbeitstreffen klar und wichtig und das hat sich auch durch die ganze Probephase gezogen.

Ein Gegeneinander, das es leider zu oft gibt, hilft dem Stück nicht und vor allem nicht dem Publikum.

Das Staatstheater hat in den vergangenen Jahren künstlerisch Schlagzeilen gemacht, aber auch weniger Erfreuliches erlebt, Stichwort Unterfinanzierung. Wie schafft man es als Künstler, die dauernde Existenzkrise auszublenden?

Natürlich ist die schwierige Situation des Hauses auch in den Proben für mich spürbar gewesen und dass die Musiker, wenn es um Existenzen geht, nicht ganz unbeschwert im Orchestergraben sitzen, ist wohl nachvollziehbar.

Nichtsdestotrotz haben wir uns ja alle sehr früh im Leben für die Musik entschieden. Aus einem einzigen Grund: Unserer Liebe zur Musik. Daran halten wir uns fest und unser Publikum wird es bei der Premiere hören!

PREMIERE UND MEHR

„Madame Butterfly“,
Staatstheater Schwerin
Freitag, 18. November,
19.30 Uhr, Großes Haus

Weitere Vorstellungen:
20. November, 18 Uhr
27. November, 18 Uhr
11. Dezember, 18 Uhr
26. Dezember, 18 Uhr
Karten: 0385 / 5300123

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