FC Hansa Rostock : Ein wenig überzeugender Strategieplan

Die sportliche Ausrichtung von Ex-Coach Christian Brand, dem Sportlichen Leiter René Schneider und Aufsichtsratsmitglied Rainer Lemmer offenbarte zu viele Schwächen

svz.de von
17. Mai 2017, 08:00 Uhr

Ein 14-seitiger Strategieplan, der unserer Redaktion vorliegt, sollte Christian Brand retten. Gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter René Schneider und Aufsichtsratsmitglied Rainer Lemmer hatte der 44-Jährige dieses Papier ausgearbeitet, das Vorstand sowie Aufsichtsrat am Freitag vergangener Woche offenbar vorgestellt wurde. Doch am Ende konnte das Papier die Bosse nicht überzeugen. Zusammen mit der aktuellen sportlichen Entwicklung – drei Niederlagen in Serie – sowie einer immer größer werdenden Unzufriedenheit im Kader und auf den Tribünen führte das letztlich zur wohl unausweichlichen Trennung vom Chefcoach. Zudem hatten sich mehrere Spieler beim Vorstand sowie dem Aufsichtsrat über den zum teilen harschen Umgangston des Trainers in Richtung Mannschaft beschwert.

Nur ein Führungsspieler: Einzig Marcel Schuhen wurde aus dem aktuellen Kader in diese Kategorie eingeteilt. Hinzu kommen sechs Kicker, die einem gehobenen Anspruch genügen. Stammkräfte wie Maximilian Ahlschwede, Dennis Erdmann oder Marcel Ziemer wurden als Durchschnitt gesehen, wie im Übrigen auch Ex-Bundesliga-Spieler Timo Gebhart.
Nur ein Führungsspieler: Einzig Marcel Schuhen wurde aus dem aktuellen Kader in diese Kategorie eingeteilt. Hinzu kommen sechs Kicker, die einem gehobenen Anspruch genügen. Stammkräfte wie Maximilian Ahlschwede, Dennis Erdmann oder Marcel Ziemer wurden als Durchschnitt gesehen, wie im Übrigen auch Ex-Bundesliga-Spieler Timo Gebhart.
 

Kurios: Trotz der offenbar deutlichen Differenzen zwischen Coach und Team wollte die sportliche Führung des FC Hansa mit dem Großteil des Kaders in die kommende Serie gehen. Insgesamt acht auslaufende Verträge sollten verlängert werden. Rechnet man die 13 bestehenden Kontrakte dazu, hätten die Rostocker 21 Kicker unter Vertrag gehabt. Sicher auch ein Grund, weshalb es zur Trennung von Christian Brand kam, denn großen Spielraum für eine Verstärkung der Truppe wäre nicht mehr vorhanden gewesen. Dennoch war für jeden Mannschaftsteil ein Führungsspieler als Neuzugang avisiert worden. Schon ein gewisser Widerspruch.

Pikant: In der Planung für 2017/18 tauchten die so genannten Durchschnittsspieler – gelbe Gruppe im Schema – gar nicht mehr auf. Vielmehr sollte sich die Truppe neben vier oder fünf Führungsspielern aus elf A/B-Spielern (blau) sowie neun Entwicklungsspielern (U 23/ grün) zusammensetzen. Mit Jeff-Denis Fehr und Fabian Holthaus waren aus dem aktuellen Kader jedoch nur zwei eingeplant. Sieben U23-Kicker zu verpflichten und vier bis fünf Führungsspieler, das kam den Bossen offenbar nahezu unmöglich vor. Zumal 21 Kicker idealerweise bereits unter Vertrag gestanden hätten. Somit offenbarte der sportliche Strategieplan doch gehörige Schwächen.

So plante Brand

Mit insgesamt 21 Spielern des alten Kaders wollte Christian Brand in die neue Saison gehen. So zumindest wird es aus dem Strategieplan sichtbar, der unserer Redaktion vorliegt.

Bestehender Vertrag (13): Philipp Puls – Fabian Holthaus, Joshua Nadeau, Ben Ehlers – Christopher Quiring, Jeff-Denis Fehr, Amaury Bischoff, Tobias Jänicke, Tommy Grupe, Johann Berger – Marcel Ziemer, Tim Väyrynen, Soufian Benyamina

Angebot vorgelegt (8): Marcel Schuhen – Marcus Hoffmann, Matthias Henn, Christian Dorda, Michael Gardawski, Maximilian Ahlschwede – Stefan Wannenwetsch, Ronny Garbuschewski

Keine Verlängerung (5): Samuel Aubele – Dennis Erdmann, Aleksandar Stevanovic, Stephan Andrist – Kerem Bülbül

Auflösung des Vertrages (4): Eric Behrens – Hasan Ülker sowie Lukas Scherff und  Florian Esdorf (beide zuletzt an den Regionalligisten FC Schönberg verliehen)

Entscheidung noch offen (1): Timo Gebhart

Trainer- und Betreuerteam: Des Weiteren sollte es auch Veränderungen im Trainer- und Betreuerteam geben. Ein weiterer Co-Trainer  sowie Honorarscout sollten angeheuert werden. Auch der Posten eines Kaderplaners/Teammanagers  sollte geschaffen werden.  Im Gegenzug sollte dafür auf einen der drei Ärzte verzichtet werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen