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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 12:32 Uhr

Rostock : Ein Stück Geschichte zum Erleben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Erstmals konnten Besucher beim Tag des offenen Denkmals das ehemalige Telegrafenamt und die Mühlendammschleuse besichtigen

Ganz früher haben in der Buchbinderstraße 1-3 die Fräulein vom Amt die Anrufer mit den gewünschten Teilnehmern verbunden, gestern strömten die Besucher durch das ehemalige Telegrafenamt. Zum Tag des offenen Denkmals öffneten sich gestern wieder von zahlreichen Baudenkmälern die Türen, um dem interessierten Publikum einen Einblick in die wechselvolle Geschichte der steinernen Zeitzeugen zu gewähren. Zum ersten Mal mit dabei war das Telegrafenamt. „Das Interesse ist wirklich groß“, sagte Uta Jahnke vom Denkmalamt, „denn früher war das Gebäude für die Öffentlichkeit nicht zugänglich“.

Nach etwa zehn Jahren Leerstand sollte das 1906 gebaute Haus eigentlich abgerissen werden. Doch dieser Plan wurde verhindert. „Es handelt sich hier um ein nach allen Regeln der Kunst im neogotischen Stil erbautes Haus, das in den folgenden Jahrzehnten oft umgebaut wurde“, erklärt Jahnke, die den Besuchern Auskunft zu dem Bau erteilte.

Unter den Neugierigen waren auch Frank und Heide Peters. „Dies ist heute unsere erste Station“, erzählt der Rostocker. „Bei uns im Haus haben früher viele Telefonistinnen gewohnt. Und ich kannte das Amt nur von außen. Deshalb wollten wir es uns heute mal von innen anschauen.“ Neben den leeren Räumen im Erdgeschoss und in der ersten Etage, in denen zum Teil technische Hinterlassenschaften die einstige Nutzung erahnen ließen, konnten Besucher eine Ausstellung zu den bauhistorischen Untersuchungen anschauen und der Lesung von Eckart Reinmuth lauschen. Der Enkel des Baumeisters Heinrich Quade trug aus dessen Lebenserinnerungen vor. Zudem präsentierte Gerhardt Hantusch Fernsprechapparate aus den Jahren 1906 bis in die 1990er-Jahre, wie sie hier zum Einsatz kamen.

Doch nicht nur das Telegrafenamt konnte gestern besucht werden. Auch die Mühlendammschleuse präsentierte sich als Denkmal. „Sie feiert ihren 130. Geburtstag. Am 1. September 1886 wurde sie offiziell eröffnet“, weiß Detlef Krause, Vorsitzender des Vereins Mühlendammschleuse, der sich für den Erhalt einer der ältesten Schleusen Deutschlands einsetzt. Neben Informationen zur Historie und Technik und möglicher zukünftiger Nutzung, erwartete die Gäste ein Kuchenbasar sowie Spiel und Spaß. „Das ist wirklich eine Idylle hier“, finden Holger und Christina Bewersdorf. „Wir sind jetzt zum ersten Mal hier, obwohl man täglich über die Brücke fährt“, erzählt das Ehepaar aus Brinckmansdorf, das für den Erhalt des technischen Denkmals ist. „Es ist ein Stücke Geschichte“, betont Holger Bewersdorf.

So wie die beiden nutzen auch Christa Wende und Dorothea Pulkenat die Möglichkeit, mehr über die Schleuse zu erfahren. „Die Zeit reicht fast nicht aus, alles zu erkunden“, so Wende, für die der Tag des offenen Denkmals schon seit Jahren ein fester Termin im Kalender ist.

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