Schulgeld : Ein Stipendium für Willy

Voll zufrieden: Willy Albrecht (6) blüht in der Grundschule Kavelstorf auf. Mama Susan (40) ist froh, ihren Sohn in einer kleinen und familiären Einrichtung unterbringen zu können.
Foto:
Voll zufrieden: Willy Albrecht (6) blüht in der Grundschule Kavelstorf auf. Mama Susan (40) ist froh, ihren Sohn in einer kleinen und familiären Einrichtung unterbringen zu können.

Stadtmission übernimmt Schulgeld für Erstklässler. Rostocker Junge ist auf Spendengelder angewiesen.

svz.de von
15. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Willy (6) ist schüchtern und zurückhaltend. Seine Kita-Erzieher und die Schulärztin haben Mutter Susan Albrecht (40) deswegen empfohlen, Willy in einer kleinen Grundschule unterzubringen. Nach einiger Überlegung und Gesprächen mit den Erziehern der Kita Schneckenhaus fand sich die Grundschule Kavelstorf von der Rostocker Stadtmission. Die alleinerziehende Mutter konnte sich das Schulgeld von monatlich 74 Euro und die Anfahrt allerdings nicht leisten. Aus diesem Grund bekommt Willy ein vorerst einjähriges Stipendium von der Stadtmission. Damit Willy auch längerfristig die Schule besuchen kann, haben die NNN zusammen mit der Rostocker Stadtmission die Spendenaktion „Gaben der Hoffnung“ ins Leben gerufen.

Auch wenn der kleine Rostocker in der Kavelstorfer Schule neu ist, hat er doch schnell Anschluss gefunden. Dort sind seine Freunde und dort verbringt auch den größten Teil des Tages. Damit Mama Susan Albrecht, die derzeit aus gesundheitlichen Gründen zu Hause ist, die Fahrt von Reutershagen nach Kavelstorf per S-Bahn bezahlen kann, teilt sie sich die Kosten mit ihrer Mutter. „Auch wenn es ein größerer Aufwand für mich ist: Damit es Willy gut geht, mache ich das gerne“, sagt sie. Susan ist bewusst, dass ihr Sohn in einer großen Klasse wegen seiner Schüchternheit überfordert gewesen wäre. Seine jetzige Klasse besteht aus 18 Kindern: Acht Erstklässler und zehn Zweitklässler werden gemeinsam in der evangelischen Schule unterrichtet.

Aber nicht nur die geringe Klassenstärke zeichnet die Schule aus. Mutter Susan ist auch von dem familiären und liebevollen Umfeld begeistert: „Früh gibt es eine Morgenrunde, bei der eine Kerze angezündet wird.“ Jeden Freitag besuchen die Kinder außerdem die Kirche gleich nebenan und sprechen mit der Pastorin über die Erlebnisse der Woche. Im Unterricht blüht Willy richtig auf: „Wir lernen gerade die Buchstaben B und P.“ Am liebsten mag er aber Mathe. Susan Albrecht hofft, dass ihr Sohn in der Grundschule bleiben darf, aber dafür ist er weiterhin auf das Stipendium angewiesen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen