Wohin mit dem alten Bäderschiff? : Ein Platz für Rostocks "Undine"

<strong>Über eine Rückkehr</strong> der 'Undine' würde Bildhauer Wolfgang Friedrich sich freuen. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte das Schiff Rostock gar nicht erst verlassen.<foto>Georg Scharnweber</foto>
Über eine Rückkehr der "Undine" würde Bildhauer Wolfgang Friedrich sich freuen. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte das Schiff Rostock gar nicht erst verlassen.Georg Scharnweber

Nachdem klar ist, dass das frühere Bäderschiff "Undine" zurück nach Hause kehrt, gibt es jetzt erste Ideen, wo es seinen Platz finden könnte. Das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum in Schmarl ist ein möglicher Ort.

svz.de von
06. März 2013, 12:07 Uhr

Rostock | Nachdem klar ist, dass Rostocker das frühere Bäderschiff "Undine" zurück nach Hause holen wollen, gibt es jetzt erste Ideen, wo es seinen Platz finden könnte. "Das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum in Schmarl ist ein schöner Ort", sagt Bildhauer Wolfgang Friedrich, der sich seit Jahren mit dem Thema Kunst im öffentlichen Raum beschäftigt. Ebenfalls vorstellbar ist für Friedrich, dass die "Undine" auf dem ehemaligen Gelände der Neptun-Werft aufgebockt wird - dem Ort, an dem sie am 9. März 1910 als "Kronprinz Wilhelm" vom Stapel lief. Und auch eine Plattform über dem Wasser hält der Künstler für denkbar.

Kunstwerk mit Historie

Wichtig ist Friedrich, dass sich für die "Undine", die dem Förderverein SOS Seebäderschiff gehört, ein dauerhafter Platz findet. Idealerweise wäre das ein halböffentlicher Raum. Denn: "Natürlich gehen sonst die Sprayer ran", sagt der Bildhauer. "Unsere größten Gegner." Die stürzten sich auf große Flächen. Um den bestmöglichen Platz für das Schiff zu finden, schlägt Friedrich vor, dass ein Expertenteam das Ufergelände zwischen Rostock und Warnemünde unter die Lupe nimmt. Dazu könnte zum Beispiel der Rostocker Architekt Prof. Peter Baumbach gehören. Auch eine öffentliche Diskussion über das Thema würde Friedrich befürworten. "Es gibt bestimmt Leute, die tolle Ideen haben", sagt der Bildhauer, der sich ebenfalls an der Standortsuche beteiligen würde.

Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) beabsichtigt, die "Undine" als Kunstwerk mit historischem Hintergrund zu installieren. Friedrich hingegen sieht da rin kein Projekt, in dem er sich künstlerisch ausleben könnte. "Das braucht das Schiff nicht", sagt er. Schon bevor die "Undine" 2006 nach Dresden transportiert wurde, wo sie wieder aufgebaut werden sollte, habe er vorgeschlagen, sie so, wie sie ist, zu belassen. Und dieser Meinung ist er auch heute noch. Was die "Undine" ausmache, sei zum einen ihre Größe, sagt der Künstler. "Sie ist monumental und trotzdem kein Riesenpott." Zum anderen habe sie Symbolcharakter. "Das ist das 19. Jahrhundert. Das ist die Dampfschifffahrt", sagt er. Eine Verschrottung des ältesten an der Ostsee gebauten Stahlschiffes hätte Friedrich bedauert. Umso mehr freut er sich, wenn sie zurückkehrt.

Derzeit ist geplant, dass das Ex-Bäderschiff bis zum 1. Mai in Rostock eintrifft. Die dafür benötigten 35 000 Euro sind da. Private Sponsoren wie die Baltic-Taucher und ein Windkraftunternehmen wollen den Transport nach Angaben von Methling unterstützen. Auch der Tourismusverband MV und die Hansestadt selbst wollen Geld dazugeben. In Rostock soll die "Undine" zunächst bei der Werft Tamsen maritim untergebracht werden.

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