"Ein paar Jährchen möchte ich euch noch ärgern"

<strong>'Zur Zierde,</strong> damit ich ne Beschäftigung habe an den Tagen, wo kein Training ist', hält Manfred Sinnhöfer zu Hause etwa 30 Brieftauben, 'aber nur aus Spaß an der Freude'. Allerdings werden im Frühjahr auch wieder einige der Vögel geschlachtet: 'Die haben ganz zartes Fleisch.' <foto>Peter Richter</foto>
"Zur Zierde, damit ich ne Beschäftigung habe an den Tagen, wo kein Training ist", hält Manfred Sinnhöfer zu Hause etwa 30 Brieftauben, "aber nur aus Spaß an der Freude". Allerdings werden im Frühjahr auch wieder einige der Vögel geschlachtet: "Die haben ganz zartes Fleisch." Peter Richter

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25. Januar 2013, 06:55 Uhr

Rostock | Etwa 50 Gäste werden heute in der Wirtschaft "Zur Scheune" Manfred Sinnhöfer hochleben lassen: Die Legende des Rostocker Judo-Sports wird 70 und kündigt seinen Schützlingen vom PSV Rostock schon mal an: "Ein paar Jährchen möchte ich euch noch ärgern. Zwei Jahre werde ich garantiert noch Trainer sein, vielleicht auch länger."

Von 1965 bis 2000 war "Manni" als Tischler, Polier und Bauleiter für das Wohnungsbaukombinat (später ELBO) vollberuflich tätig. Doch auch schon als Werk-tätiger kümmerte er sich, stets im Ehrenamt, bei der HSG Uni, beim KSV und PSV fast täglich um die Judo-Kinder bzw. -Frauen (von 1994 an 15 Jahre lang in der 1. und 2. Bundesliga). Viele Talente delegierte er zum Olympiastützpunkt Frankfurt (Oder), über 20 allein, seit er 1996 den 6. Dan erhielt.

Es erfüllt Sinnhöfer mit Stolz, dass "aus 95 Prozent meiner Sportler im späteren Leben was geworden ist". Und er fügt hinzu, wie es seine Art ist, kein Blatt vor den Mund nehmend: "Die kannst du alle fragen, die werden sagen: Das war ’ne harte Sau, aber es hat uns gutgetan."

"Von 24 Stunden lebe ich acht Judo. Ich war schon immer ein Bekloppter", sagt der Mann mit dem markanten Bürstenschnitt und gewährt Einblick in seine Jugend, als er auch Fußball spielte, Linksaußen ("Die und Torwarte haben alle ein Ding an der Waffel") bei Traktor Severin war, und sich im Boxen versuchte.

Da es Manfred Sinnhöfer gut geht und er sich keineswegs wie 70 fühlt, hat er auch als Aktiver noch einiges vor: "Ich habe rechts ein komplettes Titanknie und auch ein paar Wehwehchen, aber das ist nicht der Rede wert. Wir sind ja schließlich keine wehleidigen Fußballer. Und deshalb will ich in diesem Jahr noch mal zu den Veteranen-Europameisterschaften im Juni in Paris und zu den WM im Herbst in Dubai."

Für die Zukunft wünscht sich der Jubilar bescheiden "Gesundheit auch für die Familie und dass mein sport-

liches Umfeld mir erhalten bleibt". Und Ehefrau Gundula, mit der er seit 35 Jahren verheiratet ist, die Töchter Kathleen (33) und Ulrike (28/war auch Judoka) sowie die Enkel Martha (7) und Willi (wird im März 1) würden sich gewiss freuen, wenn neben den Judo-Kindern auch sie noch genug von ihrem Ehemann/Vater/Opa haben.

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