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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 17:15 Uhr

Ehrenamt Rostock : Ein Leben im Dienst der Anderen

vom

Marianne Gutzmann und Brigitte Schneider erhalten Ehrennadel der Volkssolidarität

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Sie kümmern sich um andere, engagieren sich als Ortsgruppenleiterinnen in ihren Stadtteilen, bereichern den Kulturbeirat und organisieren den jährlichen Ball für Ehrenamtler: Für ihr jahrelanges Engagement sind Brigitte Schneider (77) und Marianne Gutzmann (71) nun mit der Ehrennadel in Gold vom Bundesverband der Volkssolidarität (VS) ausgezeichnet worden. Zum 70-jährigen Bestehen des Verbandes wurden die beiden Frauen als einzige aus dem Kreisverband Rostock bei der Bundesveranstaltung in Erfurt geehrt.

Sowohl Brigitte Schneider als auch Marianne Gutzmann gehören seit mehr als 40 Jahren dem Kreisverband Rostock an, bauten eigene Ortsgruppen in Warnemünde beziehungsweise Groß Klein auf und engagieren sich trotz Rentenalters stets für Andere.

„Nach der Wende absolvierte ich eine Zusatzausbildung zur Sozialpädagogin, bewarb mich 1992 bei der Volkssolidarität  und war bis 2007 dort tätig, zuletzt als Leiterin der Begegnungsstätte Reutershagen“, sagt Marianne Gutzmann.

 Völlig anders verlief hingegen die Geschichte bei Brigitte Schneider: Mit 80 weiteren, elternlosen Kindern wurde die 77-Jährige während des Zweiten Weltkrieges von Hinterpommern nach Mecklenburg gebracht. Zunächst im Kinderheim aufwachsend, kam sie mit sieben Jahren zu ihrer künftigen Pflegemutter, die zu den ersten Helferinnen vor Ort gehörte. Aus dem Kreis eben jener engagierten Frauen sollten sich später  die Anfänge der VS in Mecklenburg bilden. „Ich sehe mich als Kind der Volkssolidarität. Den Gedanken der Solidarität weiterzutragen, ist für mich ein Vermächtnis“, sagt Brigitte Schneider.

Niemand will das Zepter übernehmen

Die 77-Jährige nimmt  ihre eigene Geschichte zum  Anlass, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren.  So leitet die Mutter von drei Kindern seit 30 Jahren die Ortsgruppe Warnemünde und ist auch im Kulturbeirat der VS tätig. Doch damit nicht genug: Für ihr Engagement als Vizepräsidentin der Deutschen Rheumaliga zeichnete der frühere Bundespräsident Horst Köhler die Rostockerin zudem mit dem Bundesverdienstkreuz aus. „Wenn man merkt, dass das eigene Handeln anderen gut tut, ist dies aber mit Abstand der schönste Lohn“, sagt Brigitte Schneider.

Sei dem Ausstieg aus dem Berufsleben 2007 engagiert sich auch Marianne Gutzmann vermehrt in der Ortsgruppe Groß Klein, organisiert monatliche Veranstaltungen und Tagesfahrten und besucht ältere Mitglieder zu Hause. „Für viele sind unsere Treffen ein Höhepunkt, auf den sie sich freuen“, sagt die 71-Jährige.  Zusätzlich dazu hat die Rostockerin Gefallen am Wandern gefunden, marschiert im zwei-Wochen-Rhythmus mit der VS-Gruppe durch das Rostocker Umland.  „Ehrenamtlich tätig zu sein, bedeutet Arbeit und Verantwortung. Dennoch ist man unter Gleichgesinnten und bekommt auch Anerkennung und Wertschätzung zurück“, sagt Marianne Gutzmann.  Auf die Frage, wann es an der Zeit ist, die Verantwortung an jüngere Generationen abzugeben, werden beide Frauen hingegen nachdenklich. „Wir beide würden liebend gerne Platz machen, nur hat sich leider bisher niemand gefunden.“

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