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trauerfeier : Ein Leben für die Bühne und die Suche nach dem Glück

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Volkstheater ehrt Dirk Donat: Bewegender Abschied von einem großen Schauspieler

„Vielleicht hättest Du gesagt, mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück. Es kommt nicht darauf an, wie lang es ist, sondern wie bunt.“ Mit diesen Worten wandte sich Ulrich K. Müller gestern in einem Brief an seinen verstorbenen Kollegen und Freund Dirk Donat. Das Volkstheater nahm mit einer Gedenkfeier Abschied von dem langjährigen Ensemblemitglied – „einem großen Schauspieler und großem Menschen“, wie Intendant Peter Leonard sagte.

Dirk Donat war am 30. Mai nach einem langen schweren Krebsleiden im Alter von 55 Jahren verstorben. Seine Theaterfamilie ehrte ihn und wandte letzte Worte an den außergewöhnlichen Schauspieler. „Seit zwei Jahren hast Du so tapfer gegen den Tod gerungen“, sagte Petra Gorr, „es war so mutig, wie Du so trotzig gegen das Unvermeidliche angekämpft hast.“ Er habe sie in den Monaten an seinem Weg aus der Welt teilhaben lassen. „Ich habe verstanden und gefühlt, dass der Tod zum Leben dazugehört“, sagte die Schauspielerin. Seit 30 Jahren, seit er zum Theater gekommen war, hatte sie ihn gekannt.

Und so hatte jeder seine Geschichte mit Dirk Donat, eine Erinnerung, ein Bild von ihm – ob der neue Intendant Sewan Latchinian, der seinen Weg als Student in Potsdam kreuzte, Sängerin Jacqueline Boulanger, der in ihrer Rede fast die sonst so starke Stimme wegblieb, oder Zoo-Direktor Udo Nagel, der den Vater von fünf Kindern beim Märchenerzählen im Zoo als wahrlich kinderlieben Menschen kennenlernte.

Dramaturg Jörg Hückler und Theater-Mitarbeiterin Dörte Keck organisierten die Feier und sparten weder an Platz für persönliche Worte – auch spontanen seines engen Freundes Manfred Schlosser – noch für Musik. Das Orchester spielte Mozarts Satz in g-Moll – „wegen der Trauer, aber auch der Lebenskraft“, sagte Leonard. Die habe Dirk Donat gehabt und damit alle inspiriert. Musiker Larry Harms spielte und sang ihm „My Way“. Und irgendwo, da war sich Schauspielerin Sandra-Uma Schmitz sicher, würde er im Äther herumschwirren und zusehen. Sie kannte Dirk Donat 23 Jahre lang und verstand es gestern, liebevoll und lebhaft an seine besondere Art, seinen Humor zu erinnern. „Du hast geheiratet, Häuser gebaut, Kinder gezeugt. Du hast alles eingerissen und neu aufgebaut – auf der Suche nach dem Glück“, sagte Ulrich K. Müller. Nur wer vergessen werde, sei tot. Und im Theater ist Dirk Donat unsterblich sowie in den Herzen derjenigen, die ihn kannten.

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