Stapellauf : Ein lang gehegter Wunsch erfüllt sich

Mit „Le sacre du printemps“ beteiligt sich das Tanztheater am Stapellauf. Daniele Varallo und Peter Copek sind mit dabei.
Mit „Le sacre du printemps“ beteiligt sich das Tanztheater am Stapellauf. Daniele Varallo und Peter Copek sind mit dabei.

Der Spielzeitbeginn bringt zwei neue Tänzer für die Compagnie Rostock. Morgen steigt die große Saisoneröffnung.

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25. September 2015, 08:00 Uhr

Wenn der Stapellauf des Volkstheaters zu Toleranz aufruft, dann auch mit einem Ballettstück, das 1913 bei seiner Uraufführung in Paris für einen Skandal sorgte. „Die hämmernden Rhythmen, stetigen Taktwechsel, aber auch dissonanten Klänge von ,Le sacre du printemps’ schockten das Publikum“, erklärt Peter Copek, der neu am Rostocker Volkstheater ist. Der Tänzer bewarb sich Ende April für die aktuelle Spielzeit: „Ich war aufgeregt, als ich die Einladung zu den Auditions am 2. Juni erhielt“, sagt Copek, der schließlich die Jury von sich überzeugte.

Mit seinem ersten Stück „Le sacre du printemps“ erfüllt sich für den 25-Jährigen ein großer Wunsch. „Ich sah das Ballett zum ersten Mal mit 17 und wusste: Das möchte ich vor Publikum tanzen“, erinnert sich Copek, der sich in Rostock wohlfühlt. „Die Hanseaten sind sehr entspannt“, findet er und beschreibt auch die Atmosphäre am Volkstheater als sehr angenehm. „Es ist ein familiärer Ort mit einem sehr kreativen Ensemble.“

Das zeige auch das Format des Stapellaufs: „Die Veranstaltung bringt Menschen zusammen“, sagt Copek. Theater sollte keine elitäre Angelegenheit, sondern Teil des alltäglichen Lebens sein, findet er. Zuvor hat der gebürtige Ungar fünf Jahre zeitgenössischen Tanz in Rotterdam studiert. An der deutschen Tanzszene gefalle ihm der Fokus auf Tradition statt Moderne.

Als Aufbruch in eine neue Zeit gelte allerdings das Stück „Le sacre du printemps“ von Igor Strawinsky, erklärt Daniele Varallo, der erst seit Kurzem wieder am Volkstheater ist. „Ich habe an verschiedenen europäischen Tanzprojekten gearbeitet“, erzählt der 33-Jährige. Ihm und Nathalie Brockmann übertrug Chefchoreografin Katja Taranu die Assistenz der Trainingsleitung. Die größte Herausforderung bei den häufigen Taktwechseln des „Sacre“ sei die Synchronität. „Selbst wenn man als Gruppe synchron tanzt, ist es wichtig, eine gewisse Energie rüberzubringen“, so Varallo. Rund 40 Minuten werden die Zuschauer mitgenommen in eine sphärische Welt. „Wir sind gespannt, wie das Publikum auf unsere Interpretation des Balletts reagiert“, sagt Varallo. Im Stück beschreibe Strawinsky den Tod eines jungen Mädchens. Nur dadurch könne der Boden wieder fruchtbar gemacht werden. „Auch die Kostüme und das Bühnenbild unterstreichen die Intensität dieses rituellen Aktes.“ Begleitet werden die acht Tänzer von der Norddeutschen Philharmonie Rostock. „Die Live-Musik wird die Kraft und Expressivität direkt auf die Bühne zu uns Tänzern übertragen“, hofft Varallo.

Das Programm



Der zweite Stapellauf zum Thema Toleranz eröffnet die 121. Spielzeit des Rostocker Volkstheaters. Alle vier Sparten beteiligen sich. Nach der Begrüßung um 16.30 Uhr geht es um 17 Uhr los mit Lessings Schauspiel-Klassiker über Toleranz und Humanität, „Nathan der Weise“. Um 19.45 Uhr hebt sich der Vorhang für das Tanztheater „Le sacre du printemps“. Die Norddeutsche Philharmonie spielt Strawinskys Ballett zum Tanz der Rostocker Compagnie. Den Abschluss des Abends bilden die „Liebeslieder“ mit Stücken von klassisch bis modern.

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