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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 02:31 Uhr

warnemünde : Ein Hauch von Großstadt-Kunst

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sommergalerie öffnet am Sonnabend in der Alexandrinenstraße 52

Sie sind in den besten Jahren: Claudia Wall und Sabine Jastram-Porsche. Zwei Frauen voller Ideen, mit viel Erfahrung, optimistisch, bodenständig. „Hat es Warnemünde nicht verdient, dass Kunst und Kultur als wichtige Facette des Tourismus gestärkt werden?“, fragt die Architektin Jastram-Porsche, die vor 25 Jahren den Bazillus „Professionell Kunst sammeln und ausstellen“ am Runden Tisch von Ahrenshoop schluckte, und der sie fortan nicht wieder losließ. 20 Jahre führte sie erfolgreich den Ahrenshooper Kunstkaten, leitete hier 15 Jahre die legendären Kunstauktionen, ehe sie in Berlin die Salongalerie Die Möwe mit ihrem fundierten Wissen, den vielen persönlichen Kontakten zu Künstlern eröffnete.

Claudia Wall, die Berlinerin, Geschäftsführerin der Salongalerie und Begründerin, kommt aus der Kommunikationsbranche. Mit großer Leidenschaft sammelte sie Kunst. Sie machte ihr Hobby mit der Berliner Galerie zum Beruf und ist überzeugt: „Der Boden für Kunst in Warnemünde ist da. Wir möchten ihn bearbeiten und die Kunst wachsen lassen.“ Liebeserklärungen zweier Frauen an das Ostseebad, die gemeinsam mit Alexander Gehrke, dem Besitzer der Galerie Joost van Mar mit ihrer eigenen Sommergalerie bis in den September hinein einen Hauch von Großstadt in die Alexandrinenstraße bringen.

Noch steht so manche Arbeit der 30 ausstellenden Künstler auf dem Fußboden der Vörderstuw, des gerade liebevoll restaurierten Hauses mit der Nummer 52, das zu einer Galerie wird. Einige Bilder sind noch in gepolsterte Folie eingeschlagen. Andere werden gerade an die richtige Wandstelle dirigiert, die Karin Schöper, vorsichtig mit ihren weißen Leinenhandschuhen, so in Position bringt, dass Peter Schimpf, Vater von Claudia Wall, sie aufhängen kann. Präsentiert werden Arbeiten von Vertretern der Klassischen Moderne und im Kontext dazu Künstler unserer Zeit unter dem Motto: „Sommer, Strand und Kunst“.

Alle Ausstellenden und die Galeristinnen verbindet die Liebe zum Meer, zu den Landschaften und den Menschen der Ostseeküste. Und da die Affinität zur See, zum Wasser zweifelsohne immer wieder fast jeden fasziniert, glauben Wall und Jastram-Porsche fest daran, mit den Warnemündern, den Rostockern, den Besuchern ins Gespräch zu kommen, indem sie in 14-tägigem Wechsel Kunst nicht nur vorstellen, sondern auch zum Kauf offerieren. Weitere Galeristen haben ihr Interesse bekundet, mit ihrer Kunst zukünftig im Haus Joost van Mar zu gastieren. Wieder einmal eine bemerkenswerte Eigeninitiative in Sachen Kultur im Ostseebad, die leider nicht die Sorgenfalten der Kulturszene in der Hansestadt glätten kann. Welcher Zeitpunkt für die Eröffnung und die Premiere dieses anspruchsvollen Vorhabens direkt gegenüber dem Ümgangsbrunnen könnte dann auch besser gewählt sein als die 78. Warnemünder Woche.

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