Ein großes Haus für die kleine Freiheit

<strong>Haben den Bauablauf im Blick:</strong> Dirk Kaydan  und Bea Busch beim Rundgang auf dem Gelände des neuen Pflegeheimes <foto>Foto: clla</foto>
Haben den Bauablauf im Blick: Dirk Kaydan und Bea Busch beim Rundgang auf dem Gelände des neuen Pflegeheimes Foto: clla

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08. Juni 2012, 10:06 Uhr

Sievershagen | Für knapp zwei Millionen Euro baut die Obdachlosenhilfe Rostock in Sievershagen ein Pflegeheim für Sucht- und Demenzkranke. Kommende Woche sollen die ersten Patienten einziehen. Für den 22. Juni ist zwischen 10 und 15 Uhr ein Tag der offenen Tür geplant, an dem sich Interessierte ein Bild von der Einrichtung machen können. Noch werkeln aber die Bauleute, tönen aus fast jedem Raum Bohrmaschinen oder Hammerschläge. "Kaum vorstellbar, dass das bis nächste Woche alles fertig werden soll", sagt Bea Busch. Doch die Geschäftsleiterin der Rostocker Obdachlosenhilfe kennt die engen Zeitpläne bei Bauprojekten und weiß: Noch sind die Termine immer gehalten worden. Und so weht neben feinem Staub auch Pioniergeist über die Flure des 1700 Quadratmeter großen eingeschossigen Flachbaus.

Maler Feliks Büttner hinterlässt seine Handschrift

40 Patienten sollen darin Platz finden. "Sie sind Pflegefälle, die überwiegend aufgrund ihrer Sucht in diesen austherapierten Zustand gekommen sind. Aber auch Demente werden in unserer Einrichtung betreut", so Busch. Jeder bekommt ein eigenes Zimmer, die Bäder werden immer von zwei Nutzern geteilt. "Es ist doch erstaunlich, was mit kreativer Architektur und vor allem durch Farbgebung geschaffen wurde", sagt Hauswirtschaftsleiter Dirk Kaydan.

Für alles Bunte wurde übrigens ein echter Künstler gewonnen. "Feliks Büttner, der uns von Anfang an unterstützt hat, hat das Logo für die Einrichtung entworfen, die Namensfindung begleitet und auch die Außengestaltung entworfen - seine Handschrift ist hier sehr deutlich zu erkennen", sagt Busch. Zehn Namensvorschläge hätte der Lichtenhäger Maler gemacht, am Ende entschieden sich die Verantwortlichen gemeinsam für "Kleine Freiheit". Als Symbol nahm Büttner dafür eine der zwei Hände vom Logo der Obdachlosenhilfe und gestaltete sie als Vogel.

"Der Name passt und ist Programm, weil wir unseren Bewohnern neben Verständnis und Zuwendung innerhalb ihrer Möglichkeiten sinnvolle Freiheiten ermöglichen", sagt die Geschäftsleiterin. So soll das Außengelände spätestens im kommenden Jahr zum Verweilen einladen, gibt es ein Regenrückhaltebecken, das wie ein kleiner See gestaltet wurde. Außerdem sind Grillflächen geplant.

Was mit den Bewohnern getan wird, hänge von deren Zustand ab. Denn die Patienten, die aus dem ganzen Land MV kommen und eine Pflegestufe brauchen, um in der "Kleinen Freiheit" aufgenommen zu werden, können noch sehr jung sein und je nach ihrer Lebenserwartung Jahrzehnte in dem Heim bleiben. "Deswegen ist die erste Zeit nicht nur Eingewöhnung, sondern auch Kennenlernen der Persönlichkeiten", so Kaydan. Mit dem Heimneubau wurden nicht nur Betreuungs-, sondern auch zehn neue Arbeitsplätze geschaffen.

Kommende Woche rücken die Mitarbeiter zum Arbeitseinsatz an. Dann wird alles für die Ankunft der Patienten vorbereitet. Was noch fehlt, "und wofür nach der großen Investition auch erstmal kein Geld mehr da ist", wie Busch sagt, seien Pflanzen für innen und das Außengelände. Über solche grünen Spenden würde sich die Obdachlosenhilfe zur Einweihung des neuen Pflegeheimes freuen. Kontakt: Telefon 0381/ 69 73 82

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