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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. August 2017 | 17:54 Uhr

Stadtgeburtstag : Ein Denkmal für die Petribleiche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

796 Jahre Rostock: Historischer Rundgang mit sieben Stationen lockt viele Besucher an

„Feuer!“, ertönt das Kommando. Und schon zündet das Warnemünder Original Mariken von der Petribleiche aus die erste Kanone. Neben ihr lassen Heidemarie Schumacher vom Rostocker Stadtführerverein, Bärbel Dudeck vom Altstadtverein, Werner Simowitsch (Linke), Ortsbeiratsvorsitzender von Stadtmitte, Berthold Brinkmann, Betreiber des Web-Portals „Terra Incognita“, Chronist Hans-Heinrich Schimler und Archivar Gerhard Weber sieben Freudenschüsse ab. Anlass ist Rostocks 796. Stadtrechtsbestätigung. Die Kanonen stellen die Schützenvereine Concordia und Wieker Gelag.

Der gestrige Jubliäumsrundgang über sieben historische Stationen war bestens besucht. „Mich interessiert das alte Rostock, die Geschichte“, sagt Lydia Lüdtke. Sie machte die Stadtführung zusammen mit ihrem Mann und Freunden mit. Gefallen hat ihr das historische Spiel in der Petrikirche, von der die Reformation in Rostock ausging: „Plattdeutsch ist mein Ding“, sagt die 63-Jährige.

Eröffnet wurde der Gang in der Hochschule für Musik und Theater – dem einstigen Franziskanerkloster St. Katharinen. Dort enthüllte Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zwei Rostocker Greife – Bronzeskulpturen des Bildhauers Ené Slawow alias „Eneos“.

„Wenn die Stadt einen passenden Ort für die Kunstwerke gefunden hat, werden sie zum dauerhaften Geschenk“, sagt Landwirt Karl Matthes, der die Greife gemeinsam mit dem Radisson Blu Hotel Rostock gesponsert hat. Ginge es nach Matthes, so kämen die mythischen Schutztiere vor den Barocksaal.

Thomas Cardinal von Widdern vom Verein Klönsnack Rostocker 7 zeigt sich zufrieden: „Bis auf den Zeitverzug läuft alles gut.“ Das Böllern sei trotz zwei Fehlzündern sehr spaßig gewesen, ein „bleibendes Erlebnis“, so der Mit-Organisator. Den Paschen Gruwel, der Magister Slüter mit Katharina Jelen verehelicht, habe er beim Reformationstag schon selbst gespielt, verrät er. „Als alter Rostocker bin ich früher an der Petribleiche vorbeigerudert“, sagt von Widdern. Damals habe es den Einstieg hier noch nicht gegeben, schließlich wurde das Hafenbecken erst 2013 im ursprünglichen Flussbett der Warnow neu gebaut.

2015 soll auf dem ehemaligen Areal der Petribleiche – wenige Zentimeter über dem Warnow-Spiegel – ein Landschaftspark entstehen, verrät die von Methling enthüllte Tafel. Kaum vorstellbar, dass 1650 unterhalb des Slüter-Denkmals noch Wäsche getrocknet wurde. Dort, wo mit der 1160 erstmals erwähnten Slawischen Burg Roztok die Besiedelung an der Warnow ihren Anfang nahm.

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erstellt am 25.Jun.2014 | 11:00 Uhr

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