Ein Bauer rettet das Rittergut

<strong>Das Uhrenhaus gehört</strong> zu den Gebäuden des Rittergutes Bandelstorf, die Landwirt Manfred Markmann von der Gemeinde gekauft hat. <foto>Claudia Labude-Gericke</foto>
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Das Uhrenhaus gehört zu den Gebäuden des Rittergutes Bandelstorf, die Landwirt Manfred Markmann von der Gemeinde gekauft hat. Claudia Labude-Gericke

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10. Januar 2013, 10:02 Uhr

Bandelstorf | Die Zukunft des Ritterguts Bandelstorf ist gesichert. Die Dummerstorfer Gemeindevertretung hat über einen Verkauf von Teilstücken des historischen Anwesens entschieden. "Der Erlös soll dann für die dringend nötigen Sanierungsarbeiten am Gutshaus eingesetzt werden", sagt Bürgermeister Axel Wiechmann (CDU).

Eine eigens für die künftige Nutzung des Rittergutes gegründete Arbeitsgruppe hatte über die eingereichten Konzepte entschieden. Das von Manfred Markmann setzte sich dabei durch. Der Landwirt, der seit zwei Jahrzehnten angrenzend ans Rittergut einen Hof betreibt, plant große Investitionen.

Dafür kauft der 68-Jährige einen Garagenkomplex, das Uhren- und das Bettenhaus. 200 000 Euro hat er geboten. "Mein Konzept ist erst einmal auf fünf Jahre ausgerichtet", so Markmann. Schon jetzt sei sein Landwirtschaftsbetrieb beliebtes Ziel für Besucher. Beim Tag des offenen Hofes seien es einmal 2000 Menschen gewesen. In Zukunft will der Bandelstorfer die Besucherströme noch gezielter anlocken und denen auch etwas bieten. Im Konzept ist nicht nur die Rede von einem Erlebnisbauernhof für Kinder und einem transparenten Betrieb, quasi einem gläsernen Hof, auf dem Interessierte zum Beispiel die Geburt eines Kalbes betrachten können.

Auch als Veranstaltungsort für Schulungen und Ausgangsort für Naturerlebnisse wie Planwagenfahrten und Vogelstimmenwanderungen will Markmann seinen Teil des Gutes umbauen. Dafür plant er eine Vielzahl von Investitionen. "Wenn in fünf Jahren eine schwarze Null steht, dann ist es gut", sieht er sein unternehmerisches Risiko realistisch. Reich werden wolle er mit seinen Vorhaben nicht. "Es geht mir darum, das Ensemble zu retten und etwas Gutes für die Menschen aus dem Ort und drum herum zu schaffen", so Markmann, der von Anfang an Vorstandsmitglied des Fördervereins Rittergut Bandelstorf ist.

Der hatte bisher das Anwesen gepachtet, erhielt aber von der Gemeinde als Eigentümer zum 31. März dieses Jahres die Kündigung. "Wir schätzen das ehrenamtliche Engagement des Vereins für den Erhalt des Ensembles sehr", so Wiechmann. Die künftige Zusammenarbeit müsse aber auf anderen Grundlagen erfolgen. "Denn es kann nicht Aufgabe der Gemeinde sein, gemeinnützige Vereine über Gebühr zu unterstützen", so der Bürgermeister. Für das Rittergut seien vielmehr vollumfängliche Nutzungskonzepte gefragt, so wie sie auch von den Interessenten, die den Zuschlag erhalten haben, geboten wurden. Neben Markmann ist das ein Bandelstorfer, der die Werkstatt des Gutes künftig für seinen Kfz-Betrieb nutzen will.

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