Ein Abenteuer auf zwei Rädern

<strong> Die Reparaturhelfer</strong> standen in Nepal schon bereit.
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Die Reparaturhelfer standen in Nepal schon bereit.

svz.de von
02. Januar 2013, 05:53 Uhr

rostock | Stefan Beerbaum hat das getan, wovon viele nur träumen. Er ist in weniger als einem Jahr durch 17 Länder gereist, und zwar mit dem Fahrrad. Von Deutschland, über Georgien, Iran, Nepal, Indien und Malaysia ist er das Wagnis eingegangen, Abenteuer mit sich, seinem Rad und der Welt zu erleben. Er hat mehr als 13 126 Kilometer hinter sich und muss erstmal wieder auftanken. Das tut er in Jabiru in der Nähe von Darwin in Australien. Zum ersten mal auf die Idee gekommen ist der Mecklenburger in Rostock. Bis 2010 hat er in der Hansestadt gelebt und gearbeitet. "Ich hatte mir einen Diavortrag in der Stadthalle angesehen. Dort hat jemand erzählt, dass er in 18 Jahren mit seinem Motorrad die Welt erkundet hat", erinnert er sich.

Beerbaum ist die ersten zwei Wochen zunächst zusammen mit einer Freundin bis nach Prag gefahren. Er hat lange auf den Moment gewartet, der im Juli 2011 sein Leben total veränderte. "Ich hatte schon einige Zeit für irgendetwas Großes gespart, das ich mir mal leisten wollte. Jetzt ist es eine Weltreise geworden", sagt der Rostocker. Konkret wurden seine Pläne, als er in seinem Job als Physiotherapeut nicht mehr die Erfüllung fand, die er sich mal erhoffte und entschied dann: "Ich will mein Leben in die Hand nehmen und nicht länger träumen. Ich will meinem Lebenslauf einen bunten Fleck verpassen und habe Lust auf Überraschungen." Der Dreißigjährige hat auf seiner schier unglaublichen Reise vieles erlebt. Der Iran hat ihn am meisten beeindruckt. Dass er dort auf eine solche Gastfreundschaft und Empathie stoßen würde, hätte er nicht gedacht. "Besonders den Mädels habe ich dort gut gefallen" schmunzelt Beerbaum und erzählt weiter: "Ich wurde dort oft eingeladen, die Menschen waren aufgeschlossen und wussten auch genau, wie sie bestimmte Verbote der Regierung umgehen. Das war witzig." Im Iran hat er auch richtige Freundschaften geschlossen, zum Beispiel mit Ramin, einem jungen Iraner. Der ließ den Radler mehrere Tage bei sich und seiner Familie wohnen. Wenn Beerbaum irgendwann wieder in Deutschland ist, möchte er sich auf jeden Fall revanchieren und ihn in seine Heimat einladen.

"Schlimme Pannen habe ich Gott sei Dank noch nicht erlebt. Ich hatte zwar oft einen platten Reifen, aber so was ist ja schnell repariert. Eine Bremse ist mir mal kaputt gegangen, aber ich hatte ja noch eine andere" erklärt er. Seinen Pass hätte er auch einmal verloren, "aber davon hatte ich eh zwei dabei, weil ich sonst in bestimmte Länder nicht hätte einreisen können, wenn sie sehen, wo ich schon überall war", erklärt der Weltenbummler.

"Ich bin jetzt gerade dabei, meine Rückreise zu planen. Ich wollte erst fliegen, aber nun habe ich mir überlegt, dass ich ja so viel noch nicht gesehen habe und über die Philippinen, Malaysia, China, die Mongolei und Sibirien zurückradeln möchte" erzählt Beerbaum. In den nächsten Wochen soll es losgehen. Nach einem weiteren Jahr Rückreise wird er dann wahrscheinlich im September 2013 wieder zu Hause sein.

Schon jetzt plant er ein neues berufliches Abenteuer: "Ich möchte am liebsten Segellehrer werden und vielleicht komme ich dann für eine Ausbildung zurück nach Rostock, um das in die Tat umzusetzen."

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