zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 23:30 Uhr

EEW baut Hallenschiff

vom

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2013 | 06:18 Uhr

Rostock | Die Erndtebrücker Eisenwerke (EEW) bauen ihr Werk im Rostocker Überseehafen aus. Für mehrere Millionen Euro entsteht derzeit ein zweites, 8000 Quadratmeter großes Hallenschiff neben der Kaikante. "Wir hoffen, noch im Kalenderjahr 2013 fertig zu werden", sagt Geschäftsführer Heiko Mützelburg. Gestartet seien die Arbeiten für den 200 Meter langen und 40 Meter breiten Neubau bereits im Dezember. In Rostock ist das Unternehmen seit 2008 ansässig.

"Wir werden mit Sicherheit Personalzuwachs haben, aber keine zehn Prozent", sagt Mützelburg. Die genaue Zahl sei abhängig von der Ausrichtung und Besetzung der neu installierten Maschinen. Aktuell beschäftige EEW 320 feste Mitarbeiter in Rostock und noch einmal rund 60 in Lubmin. Zusammen mit den Leiharbeitern zähle EEW an beiden Standorten etwa 420 Beschäftigte. Gerüchten, dass das Werk in Lubmin mit dem Hallenneubau aufgegeben und die gesamte Produktion nach Rostock verlagert wird, widerspricht Mützelburg - zumindest vorerst. "In Lubmin ist noch nichts gekündigt, wir werden unsere Aufträge abarbeiten."

Auftragsbuch ist prall gefüllt

Außerdem könnten beispielsweise die speziellen Flansch-Konstruktionen nur dort gefertigt werden. "Das können wir in Rostock nicht", so Mützelburg. Generell entscheide der Auftraggeber durch seine Bestellung, was wo produziert werde.

Das prall gefüllte Auftragsbuch sei auch der Grund für die Hallenerweiterung in der Hansestadt. Bis Mitte 2014 sei die Beschäftigung bereits gesichert. Die Arbeiter stellen so genannte Monopiles und Transition Pieces für die Offshore-Windmühlen her. Auf ihnen ruhen später der Rotor und die Flügel der Mühlen. "Wir bewerben uns momentan für den Park Baltic 2 in der Ostsee und andere Projekte, die in der Nordsee anstehen", so der Geschäftsführer. Dabei beschränke das Unternehmen sich nicht nur auf den deutschen Raum. Unter anderem beliefert es derzeit ein Projekt in Wales.

"Die Produktion von größeren Rohren als den derzeitigen haben wir für die neue Halle noch nicht speziell berücksichtigt", so Mützelburg. Allerdings sei es in absehbarer Zeit wahrscheinlich, dass der Markt nach noch größeren Spezialrohren verlangen werde. Mit der neuen Halle könne diese Anforderung dann theoretisch auch erfüllt werden. Bisher liegt der maximale Durchmesser der dickwandigen, längsnahtgeschweißten Großrohre bei sieben Metern. Sie sind bis zu 120 Meter lang und wiegen bis zu 900 Tonnen.

Die Giganten werden über den Seehafen direkt zu den Offshore-Windparks gebracht - ein Wettbewerbsvorteil, den neben EEW auch andere Unternehmen wie Liebherr oder Nordex zu schätzen wissen. Denn das spart Zeit und damit auch Geld.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen