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Norddeutsche Neueste Nachrichten

26. September 2017 | 11:16 Uhr

Energiewende : E-Autos: Rostock lädt die Akkus auf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stadtwerke erweitern Netzwerk der öffentlichen Stromzapfsäulen und wollen so den Durchbruch der grünen Technologie vorantreiben.

von
erstellt am 09.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Ob Elektroautos in Rostock Einzug halten, ist keine Frage mehr, zeigt sich Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) überzeugt. Nur wie schnell die Massenumstellung auf die grüne Technologie erfolge, sei noch unklar. Beschleunigen sollen den Prozess öffentliche Ladesäulen, von denen die Stadtwerke gestern drei einweihten. Sie befinden sich Am Strande, an der Ecke Lange und Breite Straße sowie auf dem Gertrudenplatz. „Insgesamt betreuen wir damit jetzt 14 öffentliche Ladepunkte“, sagt Unternehmensvorstand Ute Römer.

Und das Netz soll weiter wachsen. Dafür identifiziert eine Studie sinnvolle Standorte. Berücksichtigt werden 15 Kriterien wie Verkehrsaufkommen, Bevölkerungsdichte, Freizeitnutzung oder Einkaufsmöglichkeiten. „Bei jedem größeren Platz, den wir ohnehin anfassen, wollen wir E-Tankstellen anbieten“, sagt Matthäus. Als nächstes stünden beispielsweise der Reutershäger Markt und die Warnemünder Seestraße an. „Es führt überhaupt kein Weg dran vorbei, elektromobil unterwegs zu sein“, so der Senator. Das schließe durchaus auch Pedelecs ein.

Allerdings: Während die elektrisch unterstützten Fahrräder bereits massenhaft verkauft werden, sind E-Autos weiter Ladenhüter. In ganz Rostock gibt es bisher nur 40 Zulassungen, die meisten davon haben Firmen beantragt. Denn die Modelle hinken beim Preis-Leistungsverhältnis noch hinterher. Der e-Golf mit 300 Kilometern Reichweite und Maximaltempo 150 kostet beispielsweise 35 900 Euro. „Es wird spannend, was die Autoindustrie jetzt macht“, so Römer. Rostock sei jedenfalls bereit für die Umstellung. Mehrere Unternehmen hätten schon Interesse an betriebseigenen Ladestationen angemeldet.

Die Stadt werde die Technologie direkt und indirekt weiter fördern, verspricht Matthäus. Direkt zum Beispiel bei einem Pilotprojekt in Warnemünde, wo künftig zwei Elektrobusse eingesetzt werden sollen. Indirekt durch Anreize wie kostenlose Parkplätze an Hotspots der Stadt. Die Elektrobusse sind in der Anschaffung mit 600 000 Euro pro Stück allerdings noch doppelt so teuer wie herkömmliche Dieselfahrzeuge. „Wir sind die einzigen im Land, die derzeit Interesse zeigen“, sagt Matthäus. Hamburg hingegen sei in dieser Hinsicht schon weiter: Die Hansestadt will ab 2020 nur noch E-Busse neu anschaffen.

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