Rostock : Dynamisches Fernsehen: Kleine Übung, große Wirkung

Während er die Nachrichten sieht, bewegt sich Willi Knappe mittlerweile ganz automatisch. Um auch anderen Leuten zu helfen, will er mobil machen für das Dynamische Fernsehen.
Foto:
Während er die Nachrichten sieht, bewegt sich Willi Knappe mittlerweile ganz automatisch. Um auch anderen Leuten zu helfen, will er mobil machen für das Dynamische Fernsehen.

Dynamisches Fernsehen soll vor Krankheiten schützen

svz.de von
06. Januar 2018, 16:00 Uhr

Krankheiten kommen nicht einfach so mit dem Alter, sie entstehen durch Bewegungsmangel, sagt Willi Knappe, emeritierter Sportwissenschaftler. Im Selbstversuch hat der 89-Jährige deshalb seit einem halben Jahr das Dynamische Stehen beim Fernsehen erprobt. Jetzt will er die Übungen, die Gefäßkrankheiten vorbeugen sollen, bekannt machen.

„Ich möchte vielen Tausenden Leuten helfen und ihnen Linderung verschaffen“, sagt Knappe. Die Zielgruppe seien vor allem über 80-Jährige, da diese im Gegensatz zu jüngeren nicht mehr die nötige Bewegung im Alltag bekämen. Viele würden häufig und lange vor dem Fernseher sitzen – Schwerstarbeit für den Körper und die Gefäße, die so anfällig für Krankheiten würden, weiß Knappe. Mit dem Sporttherapeuten Dr. Lothar Nieber, der bereits mit dem FC Hansa Rostock gearbeitet hat, hat er deshalb einfache Übungen erdacht und erprobt, die dem Verschleiß entgegenwirken sollen. Die praktische Umsetzung hätten sie mit einer Sportgruppe im Zentrum am Schwanenteich getestet. Wichtig: „Die Übungen müssen langsam und häufig gemacht werden, bis sie automatisiert sind“, sagt Knappe.

Einmal in der Stunde für fünf Minuten aufzustehen und die Trainingseinheit zu absolvieren, reiche aus, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und so das Krankheitsrisiko zu senken. Die Übungen sind denkbar einfach: auf der Stelle gehen und laufen, Gewichtsverlagerung von einem Bein auf das andere, mit den Armen schwingen. Wer sich unsicher fühlt, solle einen schweren Stuhl oder Sessel zu Hilfe nehmen.

Ziel sei es, die Übungen bekannt zu machen und Menschen zu motivieren. Langfristig wollen Nieber und er sich an Krankenkassen, Mediziner und Sportwissenschaftler wenden, so Knappe. Wissenschaftliche Studien könnten zum gewünschten Durchbruch verhelfen: die Übungen zu allen an Bewegungsmangel leidenden Menschen zu bringen, sagt der 89-Jährige.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen