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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. Dezember 2017 | 01:32 Uhr

Volkstheater Rostock : Durchbruch im Theater-Streit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Zuschuss wird ab 2018 erhöht und ein Neubau-Sonderfonds eingerichtet .Bürgerschaft sagt Dringlichkeitssitzung ab

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Rückzug vom Rückzug: Nach dem Gesellschafterbeschluss vom Freitag signalisiert das Kultusministerium wieder Verhandlungsbereitschaft bezüglich eines Theaterneubaus. Noch am Mittwoch hatte Minister Mathias Brodkorb (SPD) erklärt: „Wir sehen den Neubau als gefährdet an.“ Vorausgegangen war die Entscheidung der Bürgerschaft, die Bühne erst ab Einzug an den Kosten zu beteiligen und nicht schon ab 2018.

Der Gesellschafterbeschluss sieht nun einen Kompromiss vor. Statt ab 2018 rund 1,2 Millionen Euro vom städtischen Zuschuss abzuziehen, wird ein Sonderfonds eingerichtet. In diesen zahlt Rostock ab 2018 bis zur Fertigstellung des Theatergebäudes jährlich 700 000 Euro ein. Das Geld ist für auflaufende Neubaukosten, aber auch für Instandhaltungsarbeiten und Kleinstinvestitionen in den Spielbetrieb reserviert. „Nicht verbrauchte Mittel aus diesem Fonds können nur im Ausnahmefall für ergänzende künstlerische Angebote, insbesondere in Schauspiel und Tanz, eingesetzt werden“, heißt es.

Dafür erhöht die Stadt ihren regulären Theater-Beitrag ab 2018 bis zur Einweihung der neuen Bühne um 500 000 auf dann 8,4 Millionen Euro. Zusammen mit dem Sonderfonds schöpft sie damit den maximal zulässigen Betrag von 9,1 Millionen Euro aus, der in der Zielvereinbarung mit dem Land festgeschrieben ist. Im laufenden und nächsten Jahr bleibt es bei jeweils 8,8 Millionen Euro städtischem Zuschuss für den Spielbetrieb.

„Rostock braucht schnell ein neues, finanzierbares Volkstheater mit Zukunft“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). „Und dafür setzt die Hansestadt jetzt ein klares Signal auf der Basis der Zielvereinbarung.“ Beifall kommt vom Ministerium. „Der Beschluss des Oberbürgermeisters hat die Chancen für den Theaterneubau in Rostock wahrscheinlicher gemacht“, sagt Sprecher Henning Lipski. Er werde konstruktiv geprüft.

Die für morgen angesetzte Sondersitzung der Bürgerschaft ist unterdessen abgesagt. Initiatorin Sybille Bachmann, Chefin der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09, zog ihren Antrag auf Wunsch der fünf anderen Fraktionen zurück. Sie sagt: „Wir hätten uns ein Jahr Diskussion sparen können.“ Der jetzt gefasste Gesellschafterbeschluss habe inhaltlich schon damals vorgelegen.

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