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EU-Strafverfahren abgewendet : Durchatmen in Rostock: Umweltzone ist vom Tisch

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Erstmals seit 2006 hält die Hansestadt Am Strande den Grenzwert für Stickstoffdioxid ein

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Umweltzone und drohendes EU-Strafverfahren mit Bußgeld in Millionenhöhe sind vom Tisch: Erstmals hat Rostock im vergangenen Jahr den vorgegebenen Stickstoffdioxid-Grenzwert Am Strande eingehalten. Im Jahresmittel verzeichnete die Messstation dort eine Belastung von 38 Mikrogramm pro Kubikmeter, erlaubt sind 40 Mikrogramm. Damit hat die Hansestadt gerade so die Frist eingehalten, die die EU ihr für die Lösung des Problems gesetzt hatte.

„Seit Beginn der Messungen bis 2014 wurden Am Strande zu hohe Werte registriert“, so das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie MV (Lung). Das sei nun vorbei – dank eines ganzen Maßnahmepakets, das Stadt und Lung gemeinsam erarbeitet hatten. Wesentliche Bausteine auf dem Weg zum Erfolg waren laut Landesamt die von Tempo 60 auf 50 reduzierte zulässige Höchstgeschwindigkeit, die zur Überwachung aufgestellte Blitzersäule und die optimierten Ampelphasen entlang der Strecke.

In deren Folge sei eine deutliche Absenkung der Stickstoffdioxidkonzentrationen erzielt worden. 2008 und 2009 hatte der Wert im Jahresdurchschnitt noch bei jeweils 53 Mikrogramm pro Kubikmeter gelegen, 2010 waren es 44 Mikrogramm und 41 im Jahr 2014. Damals drohten Rostock weitere Einschnitte wie die Einführung einer Umweltzone oder ein Verbot für Brummis.

Verantwortlich für die hohen Stickstoffdioxid-Werte seien vor allem die Verbrennungsmotoren des KfZ-Verkehrs, stellt das Lung klar. Deren Abgase würden sich insbesondere in stark befahrenen innerstädtischen Straßen stauen.

„Die Messungen an der Messstation Am Strande werden trotz Einhaltung im Jahr 2015 weitergeführt, um nachzuweisen, dass alle Grenzwerte dauerhaft und nachhaltig in diesem kritischen Bereich eingehalten werden können“, sagt Dagmar Koziolek aus dem Rostocker Amt für Umweltschutz. Sollte dies nicht gelingen, müsste die Hansestadt doch noch auf weitere Maßnahmen ihres Luftreinhalteplans zurückgreifen. Als Ergänzung oder Alternative zur Umweltzone ist darin eine „umweltsensitive Verkehrssteuerung“ vorgesehen – also eine Umleitung des Verkehrs bei drohenden Grenzwert-Überschreitungen.

Die L 22 ist bislang das einzige Sorgenkind der Stadt. „Die anderen Rostocker Stationen lagen erwartungsgemäß unterhalb der Ergebnisse der Messstelle Am Strande“, sagt Koziolek. Sie befinden sich am Holbeinplatz, in Warnemünde, Hohe Düne und in Stuthof.

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