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Mecklenburg-Vorpommern : Dürfen Jugendliche bald mit 16 wählen?

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Bis 12000 Jugendliche sind bereits 22 Jahre alt, bevor sie in MV wählen dürfen. Deshalb sollen junge Menschen künftig nicht nur mit 16 den Kreistag und die Gemeindevertretung, sondern auch den Landtag wählen dürfen.

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erstellt am 21.Aug.2012 | 08:46 Uhr

Schwerin | Bis 12 000 Jugendliche sind bereits 22 Jahre alt, bevor sie in MV das erste Mal wählen dürfen. Deshalb sollen junge Menschen künftig nicht nur mit 16 den Kreistag und die Gemeindevertretung, sondern auch den Landtag wählen dürfen. Mit dieser Gesetzesinitiative gehen Die Linke sowie Bündnis90/Die Grünen in die nächste Landtagssitzung. "Das Durchschnittsalter der Erstwähler ist derzeit 20,5 Jahre", begründet Johannes Saalfeld von den Bündnisgrünen den Schritt. "Mit unserer Initiative sinkt das Erstwähleralter auf 18,5 Jahre." Die Bündnisgrünen und auch die Linke erhoffen sich von der Senkung, dass sich die Distanz junger Menschen zur Politik verringert. "Vielen Jugendlichen ist nicht zu erklären, warum sie mit 16 den Kreistag wählen dürfen, aber den Landtag erst mit 18 Jahren", so Peter Ritter von der Linkspartei. In den politischen Parteien sei die Senkung des Eintrittsalters bereits vor Jahren erfolgt. Der Linkspartei und den Grünen kann man mit 14 Jahren beitreten, der CDU mit 16 Jahren. "Wenn man Demokratieverdrossenheit zurückdrängen will, dann muss man sich allen Möglichkeiten öffnen", so Ritter. "Unser Landeswahlrecht hinkt der Rechts- und Lebenswirklichkeit der Jugendlichen weit hinterher ", so Saalfeld. Mit 14 dürfen sie ihre Religionszugehörigkeit bestimmen, mit 16 dürfen Jugendliche heiraten, mit 17 dürfen sie sich als Zeitsoldat verpflichten. Bremen und Brandenburg haben das Alter bereits gesenkt. In Österreich führte es allerdings dazu, dass verstärkt rechtspopulistisch gewählt wurde. Peter Ritter: "Es wäre eine Kapitulation der Demokratie, wenn das Wahlalter nicht gesenkt würde, nur weil diese Gefahr bestünde."

Beide Oppositionsparteien machen sich Hoffnungen, da die Vize-SPD-Bundesvorsitzende Manuela Schwesig nach einem SPD-Konvent im Juni die Absenkung des Wahlalters forderte. Ihr Parteifreund Heinz Müller aus dem Landtag warnte gestern vor einem "Schnellschuss". Bei einer Internet-Umfrage unserer Zeitung sprachen sich gestern 75 Prozent von 390 Teilnehmern gegen eine Senkung aus.

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