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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. September 2017 | 20:28 Uhr

Volkstheater Rostock : Droht Theater-Neubau das Aus?

vom
Aus der Onlineredaktion

Bedarf der Bühne überschreitet das Budget angeblich um 30 Millionen Euro / Frankfurter Finanzexperten suchen nach Stellschrauben

von
erstellt am 22.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Muss Rostock für einen Theaterneubau sein Vier-Sparten-Theater opfern? Derzeit erörtert ein Planungsbüro aus Frankfurt am Main, wie die von der Bühne angemeldeten Wünsche mit dem Budget zusammengebracht werden können. Denn „die Aufgabenstellung des Volkstheaters überschreitet die 50 Millionen Euro bei Weitem“, sagt Sigrid Hecht, Chefin der Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung (RGS). Im Raum stehen 30 Millionen Euro extra, die für die Erfüllung der Wünsche benötigt würden.

Deswegen suchen die Frankfurter Experten nun gemeinsam mit Intendant Joachim Kümmritz sowie dessen Mitarbeitern nach Stellschrauben, um die Kosten zu senken. Das jedoch weckt bei Mitgliedern der Bürgerschaft die Angst vor einer Spartenschließung durch die Hintertür: „Dann gibt ein Bauplan von einem Architekturbüro vor, was das Theater darf“, kritisierte Helge Bothur (Linke) gestern in der gemeinsamen Sitzung von Bauausschuss und Ausschuss für Stadtentwicklung. Dabei müsse es aus seiner Sicht andersherum laufen: „Die Inhalte geben die Aufgabenstellung vor.“

Diesbezüglich habe die Mehrheit der Bürgerschaft sich klar zu einem Vier-Sparten-Theater bekannt – und das benötige zwingend zwei Säle, Orchestergraben oder auch Bühnenturm. „Wenn diese Mindestanforderungen dazu führen, dass es teurer wird als 50 Millionen, dann können wir das heute schon sagen und müssen nicht ein Ingenieurbüro noch drei Monate arbeiten lassen“, so Bothur. Das sei dann lediglich die Vorbereitung für Plan B – die Verkleinerung des Theaters unter Hinweis auf den Haushalt der Stadt. „Es muss rauskommen, dass dieses Theater auch in 50 Jahren noch Sinn hat“, fordert Andreas Engelmann (Linke) und ergänzt: „Wenn am Schluss gerade mal zwei Sparten übrig bleiben, ist das nichts, was die Stadt voranbringt.“ Rostock brauche aber Sicherheit für die nächsten 100 Jahre.

Hecht zufolge war es der ausdrückliche Wunsch von Intendant Kümmritz, fachlich beraten zu werden. „Er weiß als Künstler nicht, an welcher Stelle er zuerst reduzieren soll“, sagt sie. Und das sei auch in Ordnung so. Allerdings habe er bereits mehrere mögliche Stellschrauben im Kopf. „Wir bringen zwei Varianten als Entscheidungsgrundlage für die Bürgerschaft“, sagt Hecht. „Das Ergebnis ist offen.“

Ursprünglich sei beabsichtigt gewesen, jetzt ein Quartierblatt für den Standort Bussebart zu präsentieren und dann einen Architekturwettbewerb auszuschreiben.

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