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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 13:33 Uhr

Aus dem Gericht : Drogendealer soll in Haft

vom
Aus der Onlineredaktion

Staatsanwaltschaft plädiert auf mehr als sieben Jahre. Menge und Qualität der Drogen strafverschärfend

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Im Strafverfahren gegen den gelernten Rostocker Schiffbauer Peter St. (49) wegen bewaffneten Handels mit Betäubungsmitteln lagen gestern die Anträge der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung weit auseinander. Die Vertreterin der Anklage forderte eine Haftstrafe von sieben Jahren und drei Monaten, der Rechtsbeistand des 49-Jährigen plädierte auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten.

Beide Parteien gingen davon aus, dass sich der Anklagevorwurf bestätigt hat. Peter St. wurde am 25. August 2016 vor dem Haus seiner Bekannten Doreen S. festgenommen. Dort befand sich sein Rauschgiftlager. Er hatte bei der Festnahme 26 Gramm lupenreines Kokain bei sich. Zusätzlich befand sich in seinem Auto ein Schlagstock. Die anschließende Durchsuchung der Depotwohnung förderte 3,8 Kilogramm Amphetamine, 518 Gramm Kokain und zwei Neun-Millimeterpistolen der Marke Makarow sowie 66 Schuss Munition zutage.

Dieser Drogenfund sei nicht nur ungewöhnlich hoch, sondern erwies sich als das 100-fache einer nicht geringen Menge, so die Staatsanwältin. Außerdem wurden die Waffen in einem Versteck in unmittelbarer Nähe der Drogen gefunden, argumentierte sie und lehnte die Bewertung der Tat als einen minderschweren Fall ab. Der Angeklagte hätte sich nicht in einer Zwangslage befunden, sondern die Tat nur zum Gelderwerb für die Aufrechterhaltung seines Lebensstandards begangen. Er hätte in seinem Geständnis nur eingeräumt, was nicht mehr zu leugnen war. Das hätten Zeugenaussagen und die Arbeit der Ermittler bestätigt.

Die Anklagevertreterin äußerte Zweifel, dass der Angeklagte durch die Haft so geläutert sei, dass er sich aus der Szene für immer verabschiedet habe. Zugunsten des Angeklagten rechnete sie, dass er nicht vorbestraft ist und eine gewisse Haftempfindlichkeit bestehen würde. Als strafverschärfend wertete sie aber die Menge und die Qualität der gefundenen Drogen sowie die Waffen und den Schlagstock.

Die Verteidigung ging von einem minderschweren Fall aus. Sie führte zugunsten ihres Mandanten die aufrichtige Reue, sein Geständnis, die Krankheiten und die Trennung von der Familie an.

Einen erstaunlichen Fakt nannte sie zum Schluss: Die Ermittler hätten ihren Mandanten schon lange im Visier gehabt. Seine Straftaten hätten praktisch unter staatlicher Aufsicht stattgefunden. Wäre er früher festgenommen worden, hätte er sich die Waffen zum Beispiel nicht mehr kaufen können. Peter St. sagte, dass er sich schwere Vorwürfe mache, weil er seine Familie jetzt für eine lange Zeit allein lasse. Das Urteil soll morgen verkündet werden.

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