Drogendealer erhält milde Strafe

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14. Dezember 2010, 07:56 Uhr

kröpeliner-tor-vorstadt | Die 3. Große Strafkammer des Landgerichtes verurteilte gestern den 32-jährigen René W. wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln, teilweise wegen gewerbsmäßigen Handels zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten. Außerdem muss er einen Wertersatz von 15 000 Euro zahlen.

René W. legte gleich zu Beginn der Hauptverhandlung ein umfassendes Geständnis ab. Der Angeklagte hatte schon nach seiner Festnahme in der polizeilichen Vernehmung mehr gestanden, als die Staatsanwaltschaft überhaupt wusste. Der Angeklagte gab zu, von Mai bis Dezember 2009 in 29 Fällen mit Rauschgift gehandelt zu haben - wobei er in 18 Fällen gewerbsmäßig vorging. So kaufte René W. größere Mengen Marihuana für etwa fünf Euro das Gramm auf und verkaufte es gewinnbringend weiter. Ebenso erwarb er Kokain - das Gramm für 30 bis 55 Euro - und setzte es in Rostock und Umgebung mit hohem Gewinn ab.

René W. hätte mit diesem Handel über 32 000 Euro Gewinn gemacht, errechnete der Staatsanwalt. "Ich wollte mir mit diesem Geld über eine längere Dauer eine Finanzierung meines Lebensunterhalts sichern", erklärte der Angeklagte sein Motiv für den Drogenhandel.

Das frühe Geständnis und der Aufklärungsbeitrag zahlten sich für den Drogendealer aus. Der Strafrahmen lag immerhin zwischen fünf bis 15 Jahren. Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht neben seiner Einsicht in sein Fehlverhalten auch, dass er seinen eigenen Drogenkonsum von sich aus einstellte und außerdem bereits über sechs Monate in Untersuchungshaft sitzt. Strafverschärfend kam allerdings hinzu, dass René W. die Grenzwerte weit überschritt und damit junge Menschen in große Gefahr brachte.

"René W. hätte aus seinem Leben etwas ganz anderes machen können", sagte Diplompsychologe Reinhard Doberenz gestern in seinem Gutachten angesichts der Vielzahl von Diebstahls-und Betrugshandlungen, für die René W. schon in jungen Jahren die Konsequenzen zahlen musste. Er sei gesund und intelligent, so der Psychologe. Als Dachdecker und Fliesenleger arbeitete der Angeklagte über Jahre in Skandinavien. Seine letzte Verurteilung liegt sieben Jahre zurück.

Der Vorsitzende Richter erinnerte den Angeklagten zum Schluss an seine Verantwortung für seine beiden Kinder. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten Strafen unterhalb von drei Jahren beantragt. Von einer Unterbringung in einer Entziehungsklinik wurde abgesehen. Es ist noch ein weiterer Verhandlungstag geplant.

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