Aus dem Gericht : Drogendealer bekommt 1,5 Jahre Strafe

Hausdurchsuchung in der Doberaner Straße. Ermittler fanden insgesamt 24 Gramm Kokain bei 32-Jährigem.

svz.de von
02. Juni 2016, 21:00 Uhr

Am 8. März 2015 hat die Polizei die Wohnung des 32-jährigen Sebastian S. in der Doberaner Straße durchsucht und fand 22 Gramm Kokain, Drogenutensilien sowie Geldscheine mit Kokainanhaftungen. Mit einer Anklage wegen unerlaubten Besitzes und Handeltreibens mit Betäubungsmitteln musste er rechnen. Am 24. Juli 2015 durchsuchten die Ermittler seine Wohnung erneut und fanden 2,2 Gramm Kokain. Gestern musste sich Sebastian S. vor einem Schöffengericht verantworten. Die Rostocker Staatsanwaltschaft klagte ihn des illegalen Besitzes und Handelns mit Betäubungsmitteln an.

„Ich räume die Tat ein“, sagte der Angeklagte. Er hätte viele Jahre bei der Telekom gearbeitet. Sein Arbeitsplatz sei wegrationalisiert worden und das Arbeitslosengeld hätte hinten und vorn nicht gereicht. Um sein Budget aufzustocken, sei er eben auf den Drogenhandel gekommen, erklärte er. Inzwischen hätte er aber wieder eine gute Arbeit gefunden und deshalb das Geschäft aufgegeben. Der Staatsanwalt beantragte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung sowie eine Geldauflage von 1200 Euro, zu zahlen an einen gemeinnützigen Verein. Er würdigte das Geständnis des Angeklagten und seine bisherige Straffreiheit, machte aber deutlich, dass es ein Unterschied sei, ob jemand mit dem hochwirksamen Kokain handele oder mit Cannabis, und er sprach von einer hohen Rückfallgeschwindigkeit. Sein Mandant, so der Verteidiger, hätte nur eine Straftat begangen, die durch die Durchsuchung am 8. März dokumentiert wurde. Die Ermittler hätten bei der damaligen Hausdurchsuchung nicht das ganze versteckte Kokain gefunden. Der Rest sei erst während der zweiten Durchsuchung zutage gekommen. Der Anklagevertreter nahm sein Recht auf Erwiderung wahr: „Wir hatten den dringenden Hinweis, dass der Angeklagte mit dem Drogenhandel weitermachte.“ Eine Telefonüberwachung habe das bestätigt.

Die Richterin verurteilte den Angeklagten wegen illegalen Besitzes und Handelns mit Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von 1,5 Jahren und 600 Euro Geldbuße, zu zahlen an den Deutschen Kinderschutzbund. Und sie warnte den Angeklagten: „Jede strafbare Handlung hat den sofortigen Widerruf der Bewährung zur Folge. Das gilt auch, wenn die Auflagen nicht erfüllt werden“. Sebastian S. nahm das Urteil an.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen