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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. September 2017 | 15:33 Uhr

Prozess in Rostock : Drogen-Dealer gesteht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Peter St. gibt wegen eindeutiger Beweislage den Handel mit Kokain und Amphetamin zu

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Peter S. soll in großem Stil mit Drogen gehandelt haben. Deswegen sitzt der 49-jährige Schiffbauer seit gestern auf der Anklagebank des Landgerichts Rostock.

Als die Ermittler den Angeklagten am 25. August 2016 aufgrund eines anonymen Hinweises in Groß Klein festnahmen, hatte er nicht nur 26 Gramm reines Kokain in seiner linken Hosentasche, sondern zusätzlich eine Schusswaffe bei sich. Bei der Durchsuchung einer Wohnung im Stephan-Jantzen-Ring, die der Angeklagte als Rauschgiftlager benutzt haben soll, wurden 3,8 Kilo Amphetamin, 518 Gramm Kokain, zwei Pistolen und 66 Schuss Munition gefunden. Alles lagerte in einem Tresor und einer Geldkassette auf einem Kleiderschrank in der Schlafstube.

Peter S. sitzt seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Gestern legte er über seine Verteidigerin ein schriftliches Geständnis ab, in dem er sich im Sinne der Anklage für schuldig erklärte. Er sei in finanziellen Nöten gewesen und habe die Drogen sehr günstig auf Kommission erworben, gab er an. Auch die Waffen habe er für je nur 100 Euro kaufen können, die er weiterveräußern wollte. Dass Waffen in der Nähe von Drogen ein besonders schwerer Straftatbestand sei, sei ihm nicht bewusst gewesen. Die Namen seiner Drogenlieferanten und der Verkäufer der Pistolen nannte er nicht – er erhofft sich einen Erlass der 50 000 Euro Schulden, mit denen er durch den Rauschgiftkauf bei ihnen in der Kreide steht. Die Frage des Richters nach der Weiterverkaufshöhe der Drogen beantwortete er gestern nicht.

In seinem Geständnis entlastete er dagegen Doreen S., die Mieterin der Wohnung im Stephan-Jantzen-Ring, die von dem Drogenversteck nichts gewusst haben soll. Die Ermittlungen gegen sie laufen noch. Durch das Verlesen mehrerer Behördengutachten wurde deutlich, dass dem Angeklagten keine andere Chance als das Geständnis blieb. Seine DNA-Spuren fanden sich außen und innen am Tresor, der Geldkassette und den Rauschgifttütchen. Obwohl aus den Pistolen die Waffennummern herausgefeilt wurden, konnten sie durch Experten wieder sichtbar gemacht werden. Es handelt sich um Neun-Millimeter automatische Selbstlade-Makarow, die in Bulgarien hergestellt wurden. Alle Patronen sind nach Ansicht der Experten funktionstüchtig und stammen aus polnischen und tschechischen Beständen. Der Prozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt.
 

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