Blutspenden in Rostock : DRK benötigt pro Tag 450 Beutel

„Ich wollte unbedingt die 125 vollmachen“, sagt Ingrid Köpke. Das hat sie nun geschafft.
„Ich wollte unbedingt die 125 vollmachen“, sagt Ingrid Köpke. Das hat sie nun geschafft.

Vor allem Krebspatienten sind auf ständigen Nachschub angewiesen. Präparate sind nur 42 Tage haltbar. #wirkoennenrichtig

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29. Dezember 2016, 21:00 Uhr

Ihre 125. Blutspende wollte Ingrid Köpke unbedingt noch abgeben. Und das hat sie mit dem letzten Besuch im Zentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Robert-Koch-Straße 10 in der Südstadt auch geschafft. Dort war die 72-Jährige jahrelang Stammgast. Nun muss sie aus Altersgründen aufhören, dafür gibt es beim Blutspenden genaue Vorgaben.

„Das war für mich eine Selbstverständlichkeit“, sagt Köpke, die ihre Spenderkarriere kurz nach einer Schwangerschaft in den 70er-Jahren begann. Damals habe ihre Frauenärztin ihr bei einer Routinekontrolle gesagt, sie könne doch eigentlich auch Blut spenden. Gesagt, getan. Und Köpke blieb dabei.

Ihre endgültig letzte Spende liegt zwar erst ein paar Tage zurück, aber schon jetzt erklärt die Rentnerin: „Das fehlt mir richtig.“ Wer so lange dabei gewesen sei, der verspüre schnell ein gewisses Kribbeln. Außerdem kenne sie die Betreuer und andere Spender mittlerweile ganz gut, ein kleiner Plausch war da immer drin. Unter anderem beim anschließenden Imbiss für die Spender. Auf viele Nachahmer hofft Silke Hufen vom DRK Blutspendedienst Rostock. Denn „an jedem Tag benötigen wir rund 450 Blutpräparate“, erklärt sie. An erster Stelle der Bedürftigen stehen dabei nicht Notfall-, sondern Krebspatienten. Mehr als ein oder zwei Wochen Vorrat würden selten auflaufen, so Hufen. Dabei gelte aber ohnehin: „Das eigentliche Präparat ist nur 42 Tage haltbar.“

Einen Engpass gebe es ihrer Erfahrung nach im Dezember nicht. Gerade rund um die Feiertage wollten die Menschen etwas Gutes tun. An den Feiertagen selbst allerdings seien die DRK-Zentren geschlossen, sodass das Spenden-Aufkommen insgesamt etwas sinke. In diesem Jahr bleiben sie auch in der Woche zwischen Weihnachten und Silvester zu, da die elektronische Datenverarbeitung umgestellt wird. „Die Versorgung ist aber gesichert“, sagt Hufen. Dafür sei eine Kooperation mit dem DRK in Niedersachsen abgeschlossen worden. „Jeder, der etwas braucht, bekommt auch etwas“, so Hufen. Normalerweise bleiben Blutspenden aus MV im Land.

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