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21. November 2017 | 15:12 Uhr

Drei Monate mehr für das Max-Samuel-Haus

vom

svz.de von
erstellt am 03.Apr.2013 | 09:44 Uhr

Steintor-Vorstadt | Die Solidarität mit dem Max-Samuel-Haus nimmt kein Ende. Sowohl die Wohnungsgesellschaft Rostock (Wiro) als auch die Stadtwerke und die Ostseesparkasse Rostock (Ospa) haben jetzt finanzielle Unterstützung angekündigt. Damit und mit den Zuschüssen der Hansestadt Rostock kann sich das Haus auch ohne die Förderung des Landes bis Oktober halten, so Frank Schröder, wissenschaftlicher Projektleiter.

Die Erleichterung über die Unterstützung bei den Mitarbeitern ist groß. Nach den angekündigten Kürzungen des Bildungsministeriums - von 32 000 auf 25 000 Euro - hätte die Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur bereits zum 30. Juni seine Türen schließen müssen. Dennoch: "Das ist keine Grundlage, mit der man arbeiten kann", so Ulrike Oschwald, Vorsitzende der Stiftung Max-Samuel-Haus. Sie befürchtet, die Finanzierung des Hauses durch Drittmittel könnte für das Land ein attraktives Zukunftsmodell darstellen. Dabei seien die Spenden einmalig. "Die Firmen können und wollen nicht an Stelle des Landes treten."

Erst gestern haben Oschwald und Prof. Dieter Neßelmann, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Rostocker Bürgerschaft und Vorsitzender des Stiftungskuratoriums des Max-Samuel-Hauses, erneut Gespräche mit dem Bildungsministerium geführt. "Wir haben noch einmal über die Förderung von 2013 gesprochen. Jetzt hoffen wir auf einen baldigen Bescheid", so Oschwald. Die Entscheidung liege allein beim Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD).

Auch die Rückforderung von 32 000 Euro aus dem Jahr 2012 steht noch im Raum. Der Grund: Angeblich habe das Haus die Gelder unrechtmäßig verwendet. Schröder erklärt: "Der Ausstellungskatalog über die Familie Josephy ist mit 14 000 Euro 4000 Euro teurer als geplant gewesen." Das Ministerium argumentiert nun, dass Zuschüsse nicht ordnungsgemäß verwendet und das Jahresprojekt der Begegnungsstätte gefährdet wurde. "Dabei kam es nur zu einer Verschiebung der Ausgaben", so Schröder. Am Ende habe das Projekt wie vorgesehen 140 000 Euro gekostet. Das Haus fürchtet, das Vertrauen langjähriger Partner zu verlieren.

Um die jüdische Begegnungsstätte zu unterstützen, haben sich nun auch Künstler zusammengetan. Am Sonntag findet ein Benefizkonzert mit der Pianistin Janka Simowitsch, dem Tenor Karo Khachatryan, der Cellistin Darima Tsyrempilova und Emanuel Jessel, Schauspielstudent an der Hochschule für Musik und Theater, statt. Die Initiative für das Konzert ergriff Simowitsch und wandte sich an Schröder. "Es ist Zeit, ein Zeichen zu setzen", so die Pianistin. Ebenfalls am Sonntag wird die Rostocker Malerin Conni Weidt eine Kunstauktion anbieten. Sie hat der Begegnungsstätte mehrere Bilder zur Verfügung gestellt, die im Anschluss an das Benefizkonzert versteigert werden. Der Erlös geht voll an das Haus. Karten für die Benefizveranstaltung gibt es unter E-Mail max-samuel-haus@t-online.de oder Telefon 0381/492 32 09. Die Plätze sind begrenzt.

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