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Drei Jahre Haft für Drogendealer Sven Sch. gefordert

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erstellt am 04.Apr.2012 | 11:16 Uhr

Rostock | Es ist wie ein Absturz vom Hochseil in die Tiefe: Drei Jahre Freiheitsstrafe fordert die Staatsanwaltschaft für den früheren Artisten Sven Sch. (45) aus Rostock - er soll einen Handel mit Drogen aufgezogen haben. Zwischen September 2009 und Oktober 2010 soll er elf Kilo Marihuana erworben und weiterverkauft haben. Die Anklage schätzt den Gewinn auf 29 000 Euro. Am 12. Oktober 2010 ging Sven Sch. einer Zollkontrolle ins Netz.

Das Leben des Angeklagten verlief bis 2009 zwar sehr bewegt, aber redlich. In Rostock absolvierte er die zehnte Klasse der Polytechnischen Oberschule, lernte im Düngemittelwerk Maschinist und ließ sich anschließend dreieinhalb Jahre an der Artistenschule in Berlin zum Jongleur und Hochseilartisten ausbilden. Mit dem Zirkus "Aeros" zog er durch die Lande. In den 1990er-Jahren hatte er in Leipzig einen Schuhhandel. Danach eröffnete er in Reutershagen ein Geschäft mit "1000 kleinen Dingen", wie er sagt. Der Angeklagte berichtete gestern im Prozess, dass er im September 2009 auf einer Party René W. (34) kennenlernte. "Du hast Geld, ich habe die Kontakte, hör dich um", soll dieser zu ihm gesagt haben und vermittelte eine Verbindung zu dem Hamburger Jörg S. Der Angeklagte löste seine Lebensversicherung auf, um eine größere Summe griffbereit zu haben. Während eines Fußballspiels des FC St. Pauli gegen den FSV Mainz 05 kam es zu einem ersten Treffen mit dem Hamburger. Sven Sch. bestellte drei Kilo Marihuana bei ihm und holte das Rauschgift drei Wochen später ab. "Das ging so leicht wie Milch kaufen", meinte er gestern. Das Rauschgift verkaufte er für fünf Euro das Gramm an René W. Im August 2010 erwarb er weitere drei Kilo Marihuana, die er Andreas K. (35) verkaufte. Am 12. Oktober 2010 wurde er mit fünf Kilo Marihuana an der Raststätte Quellental an der A 20 gestoppt und festgenommen. "Es tut mir unendlich leid, welchen Schaden ich angerichtet habe", sagte der Angeklagte und brach in Tränen aus. Er hat bisher zwei Therapien absolviert, 200 Paar gefütterte Stiefel an das DRK gespendet, um seinen Wiedergutmachungswillen zu zeigen. Aber er handelte mit hochwertigem Rauschgift. Der Staatsanwalt sprach vom 70-fachen Überschreiten des Grenzwertes. Das Urteil soll am Donnerstag verkündet werden.

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